Starker Auftritt im WM-Finale: DRV-Vierer rudert auf Platz vier

Starker Auftritt im WM-Finale: DRV-Vierer rudert auf Platz vier – Copyright: MeinRuderbild.de

Limburg/Amsterdam

Samstag, 29.08. – 11:46 Uhr: Es war Finalzeit für den deutschen Vierer ohne Stm. Und was mag den vier Athleten des Deutschen Ruderverbandes während der Präparation am Start durch den Kopf gegangen sein?

Nach einer exzellenten Serie an Rennen seit der Europameisterschaft Anfang August in Varese hatte der Vierer eine stetig aufsteigende Formkurve präsentiert. Der Finaleinzug auf der Bosbaan in Amsterdam war durch zweite Plätze im Vorlauf und im Halbfinale eindrucksvoll gelungen, das Saisonziel in souveräner Manier erreicht!

Doch da war dieser Funken Zuversicht, diese Hoffnung: Vielleicht geht im Finale noch etwas mehr. Vielleicht können wir noch einmal einen drauflegen. Und genau das nahm sich die Crew vor.

Alle Finalisten zeigten kurz nach dem Start keinerlei Schwächen. Fast gleichauf ging es bis zur 250m-Marke. Bis zur 500m-Marke gelang es den Niederländern, den Briten und den US-Amerikanern, die leichte Führung der Rumänen zu eliminieren. Knapp dahinter die Deutschen und die Neuseeländer. Bis zur Streckenhälfte (1.000m) gelang es den Briten, den Holländern und der USA sich vom Rest des Feldes abzusetzen. Die stark gestarteten Rumänen bekamen ihr sehr hohes Anfangstempo nun zunehmend zu spüren.
Dies machte sich der DRV-Vierer mit Mark Hinrichs an Bord zu Nutze und bedrängte das rumänische Quartett zunehmend. Niederlande, USA und Großbritannien zogen im harten Dreikampf um den Sieg ein wenig davon.

Die Mannschaft während der Cool-Down-Runde (Mark Hinrichs zweiter v.r.).Copyright: MeinRuderbild.de

Fast wäre es den Niederländern vor heimischer Kulisse gelungen, die Goldmedaille zu gewinnen, ein starker Schlussspurt der USA verhinderte dies jedoch. Gold für die USA mit 0,27 Sekunden vor den starken Holländern. Zwei Sekunden dahinter der eigentliche Favorit Großbritannien.
Die Endspurtqualitäten des DRV-Vierers machten sich bezahlt und es gelang Angl/Hinrichs/Eggeling und Schmela einen sehr guten und stark herausgefahrenen vierten Platz zu belegen, knapp vor den Vize-Europameistern aus Rumänien.
Die „Kiwis“ hingegen konnten dem Tempo nicht mehr folgen und belegten Rang sechs.

Es dauerte nach der Zieldurchfahrt einen Moment, bis Hinrichs und Co. sich über Rang vier freuen konnten. Top-Athleten sind eben stets auf eine Medaille programmiert.
Grund zur Freude bestand jedoch ohne Wenn und Aber: sie hatten das beste Ergebnis eines ungesteuerten DRV-Vierers seit 20 Jahren erreicht!
Und dieser vierte Platz könnte mehr sein als nur ein herausragendes Ergebnis in Amsterdam. Ein Vierer ohne Steuermann profitiert von Erfahrung und eingespielten Abläufen – die deutsche Crew sitzt jedoch erst seit Beginn dieser Saison gemeinsam in einem Boot. Die deutliche Leistungskurve seit Varese und die starke Vorstellung im WM-Finale geben deshalb allen Grund zur Zuversicht für die kommenden Jahre.
Für Mark Hinrichs geht es nun zunächst zurück in die Heimat. Am kommenden Wochenende wird er seinen Heimatverein, den Limburger Club für Wassersport, besuchen und bei der Limburger Regatta am 5. und 6. September präsent sein.

Danach steht eine wohlverdiente Pause an. Doch lange wird sie nicht dauern: Bereits Ende September beginnen die Vorbereitungen auf die vorolympische Saison 2027.

  • von Dietmar Langusch

Teile diesen Beitrag

Kommentar schreiben