Von der Turnerin zur Olympiasiegerin: Anna Dogonadze zeigte in der Von-Kunhardt-Akademie, was Erfolg bedeutet

Michael von Kunhardt konnte als Referentin die bislang einzige deutsche Trampolin-Olympiasiegerin Anna Dogonadze begrüßen.

Runkel-Dehrn. Was braucht es, um große Ziele zu erreichen? Talent, Disziplin, Durchhaltevermögen – und vor allem die Fähigkeit, auch nach Rückschlägen weiterzumachen. Kaum jemand kann darüber authentischer berichten als Anna Dogonadze. Die Olympiasiegerin, dreifache Weltmeisterin und vierfache Olympiateilnehmerin war als Referentin zu Gast bei der von Kunhardt Akademie in Runkel-Dehrn. Gemeinsam mit Ex-Hockeybundesligacrack, Mentalcoach und Speaker Michael von Kunhardt blickte sie auf ihre außergewöhnliche Karriere zurück und zeigte auf, was sie auf ihrem Weg an die Weltspitze erfolgreich gemacht hatte.

Ihre sportliche Geschichte begann bereits im Alter von sechs Jahren in ihrer georgischen Heimat Mzcheta. Dort entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Turnen, das Trampolin wurde schließlich ihr Sportplatz. 1996 kam Dogonadze mit ihrer Tochter nach Deutschland. In Bad Kreuznach fand sie nicht nur eine neue Heimat, sondern auch optimale Bedingungen für ihre sportliche Entwicklung. Beim Männerturnverein trainierte sie unter Steffen Eislöffel und arbeitete sich an die internationale Spitze heran.

2000 nahm sie in Sydney erstmals an Olympischen Spielen teil und belegte am Ende Rang acht. Vier Jahre später folgte der größte Erfolg ihrer Karriere. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann sie die Goldmedaille im Trampolinturnen und wurde damit die erste deutsche Olympiasiegerin in dieser Disziplin. Besonders bemerkenswert war, dass sie kurz vor dem entscheidenden Wettkampf im Training eine Fußverletzung erlitten hatte. Dennoch trat sie an und gewann mit 39,60 Punkten olympisches Gold.

Auch danach setzte Dogonadze ihre Karriere auf höchstem Niveau fort. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde sie erneut Achte, 2012 in London nahm sie zum vierten Mal an Olympischen Spielen teil. Hinzu kamen drei Weltmeistertitel sowie zahlreiche weitere Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften und viele deutsche Meistertitel.

Doch im Mittelpunkt ihres Referats stand nicht allein die beeindruckende Medaillenbilanz. Dogonadze berichtete vor allem darüber, was hinter diesen Erfolgen gestanden hatte. Talent sei wichtig gewesen, habe aber nicht ausgereicht. Entscheidend seien für sie klare Ziele, konsequentes Training, Disziplin, Geduld und vor allem mentale Stärke gewesen. Sie habe gelernt, auch nach Niederlagen weiterzumachen und bis zum Ende an sich und ihre Ziele zu glauben.

Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere begann für Dogonadze ein neuer Lebensabschnitt. Ihr Körper, insbesondere ihr Rücken, ließ den Leistungssport nicht mehr zu. Sie orientierte sich beruflich neu, arbeitete unter anderem als Trainerin und im Gesundheitsbereich und war als Honorartrainerin im Trampolinturnen für den Schweizer Turnverband tätig.

Heute lebt Anna Dogonadze in Dausenau im Rhein-Lahn-Kreis und gibt ihre Erfahrungen aus dem Spitzensport als Referentin und Botschafterin weiter. Dabei geht es längst nicht mehr nur um sportliche Erfolge, sondern um Werte und Fähigkeiten, die auch im Berufs- und Privatleben entscheidend sein können.

Im Austausch mit Michael von Kunhardt wurde deutlich, dass viele Prinzipien aus dem Spitzensport auf andere Lebensbereiche übertragbar sind. Zielstrebigkeit, Selbstvertrauen, Disziplin und der Umgang mit Rückschlägen spielen nicht nur beim Kampf um Medaillen eine Rolle, sondern auch bei der persönlichen Entwicklung und im Berufsleben.

Anna Dogonadzes Lebensweg zeigte eindrucksvoll: Erfolg ist kein einzelner Moment auf dem Siegerpodest. Er ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, des Glaubens an die eigenen Fähigkeiten und der Bereitschaft, auch schwierige Situationen zu überwinden. Genau diese Erfahrungen machte sie als Referentin der von Kunhardt Akademie für ihr Publikum greifbar. rk

Teile diesen Beitrag

Kommentar schreiben