„Den habe ich mir einfach genommen“ – und jetzt wartet das nächste Topspiel

Am Sonntag, dem 8. November, stehen in Oberbrechen wieder beide Seniorenmannschaften auf dem Platz. Um 13:00 Uhr empfängt die Heimbel den TuS Staffel zu einem direkten Duell im Tabellenkeller, ehe um 15:15 Uhr mit dem FC Waldbrunn II eines der Überraschungsteams der Kreisoberliga bei der ersten Mannschaft gastiert.

Waldbrunn II kommt längst nicht mehr wie ein Aufsteiger daher

Spitzenspiel darf man diesmal durchaus draufschreiben. Die TSG steht nach dem späten 2:1-Erfolg in Schupbach mit 33 Punkten ganz oben dabei. Dahinter lauert unter anderem Waldbrunn II nur wenige Zähler entfernt. Viel enger muss man die Tabelle Anfang November wirklich nicht zusammenquetschen.

Die TSG geht mit vier Siegen in Folge in die Partie. Auf die Erfolge gegen Elz, Dietkirchen II und die Union folgte am vergangenen Sonntag der Last-Minute-Sieg in Schupbach. Trainer Viktor Iterman war vor allem mit der Art und Weise zufrieden, wie seine Mannschaft diese Partie angenommen hatte: „Wir hatten den erwartet physischen, teilweise extrem harten und unangenehmen Gegner. Umso mehr freut es mich, dass die Jungs bis zur letzten Sekunde nicht aufgegeben und sich völlig zurecht belohnt haben.“

Und die Geschichte zum entscheidenden Treffer könnte kaum besser sein. Normalerweise kümmert sich Pascal Schmitt um solche Freistöße. Umso größer war die Verwunderung, als in der letzten Minute der Nachspielzeit plötzlich Cedric Unger zum Schuss anlief. Auf die spätere Frage, warum Pascal ihm den Freistoß überlassen habe, fiel die Antwort herrlich trocken aus:„Den habe ich nicht bekommen. Den habe ich mir einfach genommen und geschossen.“

Kann man machen. Vor allem, wenn der Ball anschließend zum Siegtreffer im Netz liegt.

Mit Waldbrunn II wartet nun die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Das Wort „Aufsteiger“ passt eigentlich nur noch auf den Blick in die Vorsaison. In der laufenden Runde präsentiert sich der FC längst wie ein gestandener und richtig starker Kreisoberligist.

Das sieht auch Iterman so: „Mit Waldbrunn II steht für uns vermutlich die positivste Überraschung dieser Saison als Gegner an. Starke Ergebnisse gegen Villmar und Dietkirchen sollten für uns Warnung genug sein. Ich erwarte ein Topspiel mit hohem Umschalttempo.“

Besonderes Augenmerk dürfte dabei auf Steffen Moritz liegen. Der Waldbrunner Torjäger kommt statistisch auf mindestens einen Treffer pro 90 Minuten. Entsprechend klar ist die Marschroute des TSG-Trainers: defensiv stabil stehen, über die gesamte Spielzeit konzentriert bleiben und dem Gegner möglichst wenig Raum für seine Offensivqualität geben.

Für die TSG gilt trotzdem eine klare Ansage: Gerade zuhause sollen die Punkte in Oberbrechen bleiben. Der Lauf stimmt, die Mannschaft steht ganz oben dabei und zusätzlich zeichnet sich ab, dass einige Rückkehrer wieder in den Kader rücken können. Nach Wochen, in denen der Spielberichtsbogen stellenweise eher nach Tetris aussah, dürfte ein bisschen mehr Auswahl dem Trainerteam durchaus gefallen.

Waldbrunn II wird der TSG alles abverlangen. Aber wer selbst viermal in Folge gewonnen hat und an der Spitze mitmischt, muss sich vor einem Spitzenspiel auch nicht kleiner machen, als er ist.

TSG Oberbrechen – FC Waldbrunn II
Sonntag, 08.11.2026, 15:15 Uhr in Oberbrechen

Heimbel gegen Staffel: Diesmal sollen auch Punkte folgen

Bei der Heimbel geht es vorher um eine ganz andere Tabellenregion, aber sicher nicht um weniger wichtige Punkte. Staffel steht unmittelbar vor Oberbrechen. Viel Rechnerei braucht es deshalb nicht: Das ist ein direktes Duell zweier Mannschaften, die dringend Zählbares benötigen.

Die Ergebnisse der Heimbel waren zuletzt weiterhin nicht erfreulich, die Auftritte aber deutlich besser als noch einige Wochen zuvor. Gegen Tabellenführer Dorndorf hielt die Mannschaft lange stark dagegen, und auch in Niedershausen stellte sich eine Truppe der Aufgabe, die personell wieder ordentlich improvisieren musste.

Besonders schön war dabei das Comeback von Cihan Kaya und Serdar Bucak. Beide halfen aus den Alten Herren aus und gehörten altersmäßig sicherlich eher zur Methusalem-Fraktion auf dem Platz. Dass beide trotzdem noch einmal die Schuhe für die TSG geschnürt und sich in der A-Liga in den Dienst der Heimbel gestellt haben, ist alles andere als selbstverständlich. Dafür gebührt den beiden ein großer Dank. Und wer dachte, bei den Alten Herren würde nur noch über früher gesprochen, bekam am Sonntag zumindest kurz eine andere Antwort.

Für diesen Sonntag besteht nun Hoffnung auf etwas mehr personelle Luft. Rückkehrer bei der ersten Mannschaft wirken sich zwangsläufig auch auf die Möglichkeiten der Heimbel aus. Das heißt nicht, dass plötzlich 25 Mann vor der Kabine stehen und um einen Kaderplatz bitten. Aber ein paar zusätzliche Alternativen wären nach den vergangenen Wochen bereits ein ziemlich angenehmer Luxus.

Vor allem muss der erkennbare Aufwärtstrend jetzt irgendwann auf dem Punktekonto ankommen. Gegen Staffel bietet sich dafür eine direkte Gelegenheit. Kampf, Kommunikation und Disziplin müssen stimmen, gleichzeitig soll wieder mehr Freude am eigenen Fußball zu sehen sein.

Denn gute Leistungen sind wichtig. Im Tabellenkeller dürfen irgendwann aber auch gerne wieder Punkte dazukommen.

TSG Oberbrechen II – TuS Staffel
Sonntag, 08.11.2026, 13:00 Uhr in Oberbrechen

  • von Sascha Lanzel

 

.

Teile diesen Beitrag

Kommentar schreiben