Zwei Auswärtsspiele warten in den kommenden Tagen auf die Seniorenmannschaften der TSG Oberbrechen. Den Anfang macht bereits am Donnerstagabend die erste Mannschaft. Beim Tabellenzweiten SG Selters/Erbach steigt eines der bisher interessantesten Spiele dieser Kreisoberliga-Saison. Am Sonntag reist anschließend die Heimbel zum TuS Waldernbach.SG Selters/Erbach gegen TSG Oberbrechen
Viel mehr muss ein Kreisoberliga-Spiel Mitte September eigentlich nicht mitbringen: Erster gegen Zweiter, Flutlicht, zwei noch ungeschlagene Mannschaften und zwei Teams, die in den ersten Wochen der Saison durchaus Gefallen am Toreschießen gefunden haben.
Die TSG reist mit sieben Siegen aus sieben Spielen und 34 erzielten Treffern nach Niederselters. Der jüngste 5:0-Erfolg gegen die SG Nord fügte sich nahtlos in den starken Saisonstart ein. Bereits zur Pause hatte Oberbrechen mit 4:0 für klare Verhältnisse gesorgt, Gianluca Cicatelli traf doppelt. Gleichzeitig blieb die Defensive zum vierten Mal in dieser Saison ohne Gegentor.
Das alles liest sich schön. Am Donnerstag wartet allerdings eine Aufgabe, bei der niemand in Oberbrechen auf die Idee kommen dürfte, sich länger mit der bisherigen Bilanz zu beschäftigen.
Denn auch die SG Selters/Erbach hat nach sieben Spielen noch keine Niederlage kassiert. Fünf Siege und zwei Unentschieden bedeuten 17 Punkte und Tabellenplatz zwei. Dabei haben die Gastgeber in den vergangenen Wochen auf unterschiedliche Weise gezeigt, warum sie dort stehen.
Beim 5:1 auf dem Dietkirchener Reckenforst durfte es offensiv gerne etwas mehr sein, beim 3:2 gegen die Union Dauborn/Kirberg/Neesbach/Ohren musste bis zum Ende gearbeitet werden. Zuletzt genügte bei der FSG Wirbelau/Schupbach/Heckholzhausen ein Treffer von Philipp Freppon zum 1:0. Nicht jedes gute Fußballspiel braucht schließlich fünf Tore und ein Feuerwerk. Manchmal reichen auch drei Punkte und eine warme Dusche.
Auch die direkten Duelle der vergangenen Saison liefern genügend Gründe für Respekt auf beiden Seiten. In Oberbrechen trennten sich beide Mannschaften in einem intensiven Spiel mit 1:1. Im Rückspiel setzte sich die TSG nach Rückstand knapp mit 2:1 durch. Große Abstände lagen zwischen beiden Teams also schon damals nicht.
Am Donnerstag dürfte entsprechend weniger die Frage entscheidend sein, wer die schönere Serie mitbringt. Vielmehr wird es darum gehen, wer unter Flutlicht die kleinen Dinge besser erledigt. Zweite Bälle, Standards, Ruhe am Ball und die Konsequenz vor dem Tor. Genau jene Zutaten also, über die auf Sportplätzen seit Jahrzehnten gesprochen wird und die erstaunlicherweise noch immer funktionieren.
Dass das Spiel aufgrund der Tabellenkonstellation besondere Aufmerksamkeit genießt, liegt auf der Hand. Für die TSG ist es trotzdem zunächst einmal das achte Saisonspiel und eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe bei einer Mannschaft, die ihren starken Start völlig verdient hat.
SG Selters/Erbach – TSG Oberbrechen
Donnerstag, 17.09.2026, 20:00 Uhr in Niederselters
TuS Waldernbach gegen TSG Oberbrechen II
Drei Tage später wartet auf die Heimbel die nächste Aufgabe in der A-Liga. Und nach dem vergangenen Sonntag könnte der Kontrast kaum größer sein.
Gegen den RSV Würges erwischte die zweite Mannschaft einen Nachmittag, an dem wenig bis gar nichts funktionierte. Bereits zur Pause stand es 0:6, am Ende 0:8. Würges war in allen Belangen überlegen und machte sehr deutlich, was passiert, wenn man gegen eines der besseren Teams dieser Liga nicht vom ersten Zweikampf an da ist.
Lange aufhalten darf sich die Heimbel damit allerdings nicht. Die Tabelle vergibt schließlich keine Extrapunkte für besonders ausführliche Fehleranalysen.
Zumal am Sonntag mit dem TuS Waldernbach direkt die nächste Mannschaft aus der Spitzengruppe wartet.
Waldernbach hat einen starken Saisonstart hingelegt und steht nach acht Begegnungen bei 18 Punkten. Sechs Siege unterstreichen, dass die Mannschaft derzeit nicht zufällig weit oben in der Tabelle zu finden ist. Unter anderem ließ ein deutlicher 6:1-Erfolg gegen den FC Dorndorf früh aufhorchen. Auch gegen Wilsenroth behielt der TuS zuletzt zuhause mit 2:1 die Oberhand, ehe die Mannschaft am vergangenen Sonntag beim 1:2 in Eisenbach ihre zweite Saisonniederlage hinnehmen musste.
Damit treffen am Sonntag zwei Mannschaften aufeinander, deren letzte Wochen ziemlich unterschiedlich verlaufen sind.
Für die Heimbel geht es weniger darum, in Waldernbach irgendwelche großen Versprechen abzugeben. Nach zwei Aufstiegen in Folge ist die laufende Saison bislang vor allem eine Erinnerung daran, wie schmal der Grat eine Spielklasse höher sein kann. Gute Phasen reichen nicht immer, Fehler werden schneller bestraft und manchmal muss man sich einen Punkt eben erarbeiten, bevor man anfangen kann, von drei zu träumen.
Genau dort dürfte der Ansatz für Sonntag liegen.
Die Mannschaft muss wieder kompakter auftreten, füreinander arbeiten und vor allem nach Rückschlägen stabil bleiben. Dass Waldernbach aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs als anspruchsvolle Aufgabe einzuschätzen ist, steht außer Frage. Gleichzeitig bietet jedes neue Spiel auch die angenehme Eigenschaft, wieder bei 0:0 zu beginnen.
Und nach einem 0:8 weiß man diesen Umstand vielleicht ein kleines bisschen mehr zu schätzen als sonst.
TuS Waldernbach – TSG Oberbrechen II
Sonntag, 20.09.2026, 15:15 Uhr in Waldernbach
So warten auf beide TSG Mannschaften zwei völlig unterschiedliche Auswärtsfahrten. Die Erste reist zum ungeschlagenen Tabellenzweiten und darf sich auf ein echtes Flutlichtspiel zweier formstarker Teams freuen. Die Heimbel steht drei Tage später vor der Aufgabe, nach einem schwierigen Wochenende wieder ein anderes Gesicht zu zeigen.
– von Sascha Lanzel
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