Doppelter Auswärtssonntag für die TSG: Lindenholzhausen im Kopf, Merenberg vor der Brust

Am Sonntag, den 6. September, verteilt sich die TSG Oberbrechen auf zwei Sportplätze. Die erste Mannschaft tritt um 15:15 Uhr bei der SG Lindenholzhausen/Eschhofen an, zeitgleich ist die Heimbel bei der SG Merenberg gefordert.

Zwei Auswärtsspiele, zwei ziemlich unterschiedliche Geschichten und für beide Mannschaften die Erkenntnis, die jeder Amateurfußballer kennt: Spätestens mit dem ersten Zweikampf interessiert sich niemand mehr für das, was in der Vorwoche war.

SG Lindenholzhausen/Eschhofen gegen TSG Oberbrechen

Lindenholzhausen dürfte bei einigen Oberbrechenern noch Erinnerungen hervorrufen. Nicht unbedingt die Sorte, die man sich sonntagabends noch einmal bei einem Kaltgetränk erzählen möchte.

In der vergangenen Saison gewann jeweils die Heimmannschaft das direkte Duell. In Oberbrechen setzte sich die TSG mit 5:1 durch, beim Rückspiel führte sie zwischenzeitlich mit 2:1 und fuhr am Ende trotzdem mit einem 2:4 nach Hause. Fußball kann manchmal erstaunlich schnell seine Meinung ändern.

Nun geht es erneut nach Lindenholzhausen. Diesmal reist die TSG mit fünf Siegen aus den ersten fünf Saisonspielen an.

Zuletzt gab es ein 5:1 gegen den VfR 07 Limburg II. Mohammed Amin al Mohammad eröffnete den Torreigen, nach einem Eigentor und dem Limburger Anschlusstreffer sorgten Vincent Metternich, Rafael Morim und Nicolas Gebhardt im zweiten Durchgang für die Entscheidung. Kein Spiel für das Vereinsmuseum, aber eines von denen, bei denen am Ende die richtigen Zahlen auf der Anzeigetafel stehen.

Die Gastgeber haben ihrerseits bereits gezeigt, dass sie unangenehm werden können. Besonders das 4:0 gegen den SV Elz ließ aufhorchen. Zuletzt musste Lindenholzhausen/Eschhofen zwar ein 1:3 bei der FSG Wirbelau/Schupbach/Heckholzhausen hinnehmen, vor eigenem Publikum dürfte die SG aber kaum vorhaben, der TSG einen gemütlichen Sonntagnachmittag zu bereiten.

Bei Oberbrechen kehrt mit Kapitän Tobias Kremer eine wichtige Stütze in den Kader zurück. Einer, der nicht zwingend drei Übersteiger braucht, um Einfluss auf ein Fußballspiel zu nehmen.

Für die TSG wird es vor allem darum gehen, die bisherigen Tugenden wieder auf den Platz zu bringen. Geduldig bleiben, defensiv sauber arbeiten und vorne zuschlagen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Fünf Siege sind schön. Sie helfen am Sonntag um 15:15 Uhr aber ungefähr so viel wie eine Gabel beim Suppe essen. In Lindenholzhausen beginnt es wieder bei 0:0.

Anstoß: Sonntag, 06.09.2026, 15:15 Uhr in Lindenholzhausen

SG Merenberg gegen TSG Oberbrechen II

Bei der Heimbel erzählt die Tabelle derzeit eine andere Geschichte.

Nach dem Durchmarsch aus der C Liga bis in die A Liga ist die neue Spielklasse bislang vor allem eines: lehrreich. Und manchmal ist „lehrreich“ im Fußball bekanntlich nur das höflichere Wort für Sonntage, an denen man anschließend ziemlich genau weiß, was man besser machen muss.

Zuletzt setzte es gegen die SG Steinbach/Obertiefenbach eine 0:3 Niederlage. Die Heimbel hatte ihre Phasen und auch ihre Möglichkeiten, doch die Gäste waren in den entscheidenden Situationen konsequenter. Genau darin liegt derzeit einer der größten Unterschiede zur vergangenen Saison. In der A Liga gibt es für Fehler selten Rabatt.

Nun geht die Reise nach Merenberg.

Die Gastgeber sind ordentlich in die Runde gestartet und holten zuletzt beim 2:2 gegen den TuS Eisenbach einen Punkt. 14 erzielte Tore zeigen außerdem, dass die SG offensiv nicht gerade darauf wartet, dass der Gegner etwas anbietet.

Das letzte Aufeinandertreffen liegt bereits drei Jahre zurück. Im Sommer 2023 endete ein Testspiel zwischen beiden Mannschaften mit 5:4 für Merenberg. Aussagekraft fürs Wochenende gleich 0. Ganz langweilig war es damals allerdings nicht.

Für die Heimbel geht es am Sonntag weniger um große taktische Formeln. Es geht um die Dinge, die im Amateurfußball erstaunlich oft den Unterschied machen: Zweikämpfe gewinnen, zweite Bälle holen, Wege füreinander machen und nach einem Fehler nicht noch den zweiten hinterherschieben.

Genau diese Mischung aus Arbeit, Zusammenhalt und einer gewissen Hartnäckigkeit hat die Mannschaft schließlich durch zwei Ligen getragen. Dass es eine Klasse höher nicht im gleichen Tempo weitergeht, dürfte niemanden überraschen.

Merenberg wird mit Selbstvertrauen auftreten und vor eigenem Publikum etwas holen wollen. Für die Heimbel bietet sich gleichzeitig die nächste Gelegenheit, wieder näher an das heranzukommen, was sie in den vergangenen Jahren so unangenehm gemacht hat.

Schön muss es dabei nicht immer aussehen. Am Ende gibt es auch für einen dreckigen Auswärtspunkt keinen Abzug in der Tabelle.

Anstoß: Sonntag, 06.09.2026, 15:15 Uhr in Merenberg

Für beide Mannschaften warten damit zwei interessante Auswärtsaufgaben. Die erste Mannschaft reist mit Rückenwind an einen Ort, an dem sie im vergangenen Jahr unsanft ausgebremst wurde. Die Heimbel sucht in Merenberg nach Stabilität und einem Ergebnis, das den Aufwand der vergangenen Wochen endlich wieder belohnt.

Zweimal 15:15 Uhr. Zwei Sportplätze. Und spätestens gegen 17 Uhr wissen wir wieder ein bisschen mehr.

  • von Sascha Lanzel

 

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