Nach 0:4-Rückstand: SG Schiri gewinnt verloren geglaubtes Spiel noch!

Stehend, v.l.: Max Krumpholz, Mika Ernet, Tim Heep, Pascal Schlüter, Mahsun Akin, Silas Maurer, Tim Dalef, Welat Cavus, Jonathan Holm.
Sitzend: Soufiane Aaboun, Luca Kloft, Gregor Heck, Justin Diehl, Ian Stephan, Max Medenbach, Daniel Weiß. – Foto: Nadia Maurer

Kurzfristig vereinbart war das gestrige Freundschaftsspiel zwischen der SG Oberlahn III und der Schiedsrichtervereinigung Limburg-Weilburg.
Kurzfristig war auch die Zeit zwischen dem Anpfiff von Schiedsrichter Hubert Engelhart und dem Führungstreffer für die Weilburger Heimmannschaft.
Die Schiris begannen das Spiel so, wie sie es noch von der Deutschen Schiedsrichtermeisterschaft im Juni gewohnt war: im FIFA-Taktik-Jargon: „Sehr defensiv“. Auch personell ähnelte die Defensive um Sechser Tim Heep und Rechtsverteidiger Luca Kloft dem Aufgebot von München. Ergänzt wurde sie von Soufiane Aaboun und Debütant Mahsun Akin in der Innenverteidigung, Daniel Weiß hinten links, Justin Diehl auf der Sechs und dem Offensiv-Quartett Ian Stephan, Max Krumpholz, Max Medenbach und Silas Maurer.
Die sehr defensive Einstellung funktionierte jedoch nicht so recht. So konnten die Mittelfeldspieler aus Weilburg teilweise in der gegnerischen Hälfte unbedrängt den Ball auf die Flügel spielen, wo es dann zu wenig Gegenwehr gab. Und so führte die Heimmannschaft, unter anderem durch einen Doppelpack von Kapitän Malte Schmidt, schnell mit 3:0. Sehenswert vor allem sein zweiter Treffer, als er mit der Fußspitze in ca. 1,68m Höhe den Ball aus 10 Metern in die Ecke vollstreckte. Neben Schmidt waren weitere Spieler auf dem Platz, die im letzten Saisonspiel der SG Oberlahn 25/26 noch für die Zweite Mannschaft auf dem Platz gestanden hatten, etwa Paul Fuchs und Marcel Berg.
In Kombination mit der Uneingespieltheit und fehlenden Aggressivität der Schiris verwunderte es da nicht, dass 3:0 auch der Halbzeitstand war.

Zur zweiten Halbzeit kamen dann Gregor Heck und Jonathan Holm, später auch Welat Cavus, Mika Ernet und Pascal Schlüter aufs Feld. Vor allem aber entschied sich die Schiri-Truppe, den Gegner nun höher anzulaufen. Allerdings führte ein weiterer leichter Abspielfehler prompt nach Wiederanpfiff zum 4:0.
Danach gelang das vereinbarte Pressing deutlich besser. Erst führte ein direkter Freistoß nach schmerzhaftem Foul an Gregor Heck zum 4:1 durch Tim Heep. Dann schlug die Stunde des Ian Stephan. Zunächst holte er selbst einen Strafstoß heraus: Er dribbelte in den Strafraum hinein, wurde dann hörbar am Fuß getroffen, wollte noch weiterlaufen und realisierte erst einen Schritt später den Kontakt. Dass er sich erst dann fallen ließ, hinderte Schiedsrichter Hubert Engelhart nicht am – angesichts des Fußtreffers vorher vertretbaren – Elfmeterpfiff. Ian Stephan verwandelte selbst. 4:2. Ein Fehlpass des Gegners wurde dann noch zum 4:3 ausgenutzt, sodass wieder ein Fußballspiel stattfand. Torschütze: erneut Ian Stephan. Sodann wurde das effektivste Mittel der Schiris ein Diagonalball. Max Krumpholz schlug einen solchen perfekt auf den rechts einstartenden Tim Heep, der in die Mitte legte, wo der Ball zum Ausgleich nur eingeschoben werden musste. Wer dieses Tor erzielte, muss wohl gar nicht gesagt werden, um dem Leser/der Leserin klar zu sein. Selbiger Spieler war es, der nach einem weiteren langen Ball zum 4:5 einnetzen konnte.
Wer glaubte, das Wunder von Weilburg sei bereits erreicht, der irrte aber. Die SG Oberlahn wollte diese Aufholjagd sicher nicht auf sich sitzen lassen. Sie begann also wieder, Fehler der SG Schiri auszunutzen und traf zum 5:5.
Doch dann hatte der heute als Torwart auflaufende Tim Dalef noch einen Geistesblitz. Langer Ball in die Lücke zu Gregor Heck, der die Coolness bewahrte und zum 5:6 und damit zur erneuten Führung vollendete. Kurze Zeit später pfiff der mit aller Souveränität agierende Hubert Engelhart (der am heutigen Freitag seinen Geburtstag feiern darf!) ab. Sieg! Weiterhin ungeschlagen!

Es bleibt nach diesem irren Spiel nur „Danke“ an Hubert und an die SG Oberlahn zu sagen. Zum einen für das kurzfristig organisierte Spiel, zum anderen für gute Betreuung und Atmosphäre vor Ort. Besonders hervorstechend: Die Musikbox in der Gästekabine im Weilburger Stadion. Da fühlt man sich doch sehr willkommen.

  • Luca Kloft

 

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