
Gruppenliga Wiesbaden: Nach einer schwachen ersten Halbzeit und einem verdienten Pausenrückstand gegen den Tabellenletzten SV Erbenheim dreht der SC Offheim die Partie mit vier Treffern innerhalb von nur acht Minuten.
Der SC Offheim erwischte gegen den SV Erbenheim zunächst einen Auftakt nach Maß. Bereits nach wenigen Minuten brachte Leo Weiß die Hausherren mit 1:0 in Führung. Vorausgegangen war eine Unachtsamkeit in der Gästeabwehr, die Weiß konsequent ausnutzte.
Wer nun allerdings glaubte, die Begegnung gegen den Tabellenletzten würde zu einem Selbstläufer werden, sah sich schnell eines Besseren belehrt.
Denn die Gäste aus Erbenheim präsentierten sich trotz der Querelen unter der Woche keineswegs wie ein abgeschlagener Tabellenletzter. Ganz im Gegenteil: Der SV Erbenheim war in den ersten 45 Minuten die klar spielstärkere Mannschaft. Aggressiver in den Zweikämpfen, wacher in den entscheidenden Situationen und vor allem deutlich geordneter im Spielaufbau, ließen die Gäste dem SC Offheim kaum Raum zur Entfaltung.
Die frühe Führung gab den Hausherren keineswegs die erhoffte Sicherheit. Stattdessen übernahm Erbenheim zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen. Während Offheim kaum Zugriff auf die Partie bekam und vieles Stückwerk blieb, überzeugten die Gäste mit Entschlossenheit, Laufbereitschaft und einer klaren spielerischen Linie.

Folgerichtig gelang Erbenheim zunächst der verdiente Ausgleich. Doch damit nicht genug: Noch vor dem Halbzeitpfiff drehten die Gäste die Begegnung vollständig und gingen mit 2:1 in Führung. Und dieser Zwischenstand war aus Offheimer Sicht sogar noch schmeichelhaft. Angesichts der Spielanteile und Möglichkeiten hätte Erbenheim zur Pause durchaus auch mit 3:1 oder höher führen können.
Auch nach der Pause zunächst keine Besserung
Wer nach dem Seitenwechsel auf eine unmittelbare Reaktion der Heimelf gehofft hatte, wurde zunächst enttäuscht. Das Spiel setzte sich weitgehend so fort, wie es in den ersten 45 Minuten verlaufen war. Die Gäste witterten nun endgültig die kleine Sensation und hielten mit großem Engagement dagegen.
Dabei überzeugte Erbenheim weiterhin mit einer aggressiven, aber zu keinem Zeitpunkt unfairen Spielweise. Die Gäste blieben hellwach, hielten ihre Ordnung und kamen auch im zweiten Durchgang zu der einen oder anderen Möglichkeit. Von einem Aufbäumen der Offheimer war zunächst nur wenig zu erkennen.
Dann macht es Klick – vier Tore in acht Minuten
Doch ab der 70. Minute schien bei den Hausherren plötzlich der berühmte Schalter umgelegt zu werden. Der SC Offheim besann sich endlich auf jene Tugenden, die der Mannschaft in dieser Saison schon so oft zum Erfolg verholfen hatten. Plötzlich wurde wieder Fußball gespielt, die Aktionen wurden zielstrebiger und die Gastgeber fanden zu ihrem eigenen Spiel zurück.

Was dann folgte, war eine kaum für möglich gehaltene Wendung.
In der 72. Minute war es Johannes Moog, der mit seinem Treffer zum 2:2 den Startschuss für eine unglaubliche Offheimer Schlussphase gab. Nur vier Minuten später schlug Moog erneut zu und brachte die Hausherren in der 76. Minute mit 3:2 in Führung.
Doch damit nicht genug. Nun hatte auch Dankof seinen großen Auftritt. Mit einem Doppelpack in der 78. und 80. Minute schraubte er das Ergebnis auf 5:2 für die Hausherren.
Innerhalb von gerade einmal acht Minuten hatte der SC Offheim aus einem 1:2-Rückstand eine komfortable 5:2-Führung gemacht. Vier Tore in kürzester Zeit – eine Offensivexplosion, die angesichts der vorangegangenen 70 Minuten wohl kaum jemand auf dem Sportplatz erwartet hatte.
Erbenheim lange überzeugend – Offheim am Ende gnadenlos
So deutlich das Endergebnis auch ausfiel, so wenig spiegelte es den tatsächlichen Spielverlauf über weite Strecken wider. Der SV Erbenheim hatte dem Favoriten lange Zeit nicht nur Paroli geboten, sondern war über große Teile der Begegnung sogar die bessere Mannschaft gewesen. Die Gäste hätten sich aufgrund ihrer engagierten Vorstellung durchaus mehr verdient gehabt.

Doch Fußball wird bekanntlich über 90 Minuten gespielt. Und der SC Offheim zeigte in der Schlussphase eindrucksvoll, welche Qualität in der Mannschaft steckt, wenn sie sich auf ihre Stärken besinnt.
Am Ende stand ein 5:2-Heimsieg, der nach 70 Minuten kaum vorstellbar gewesen war. Für Offheim bleiben neben den drei Punkten allerdings auch die Erkenntnis und die Mahnung, dass man sich solche schwachen Phasen nicht immer erlauben kann.
Die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt: 70 Minuten lang tat sich Offheim schwer – dann reichten acht Minuten, um die Partie komplett auf den Kopf zu stellen.
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von Kai Diefenbach
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