
Limburg/Basel (rk). Die heimischen Freunde Jan Hekmann und Vakkas Soyudogan aus Limburg stellten sich einer außergewöhnlichen sportlichen Herausforderung, um Spenden für soziale Zwecke zu sammeln. Der Extremsportler Vakkas Soyudogan führt regelmäßige sportliche Hilfsaktionen durch. Diesmal stand eine 400 Kilometer lange Benefiz-Radtour zugunsten der Bärenherz Stiftung Wiesbaden auf dem Programm, die unheilbar kranke Kinder und ihre Familien unterstützt.
Der Start erfolgte um 23 Uhr an der Bike Villa in Limburg. Ohne Begleitfahrzeug machten sich die beiden auf den Weg über Wiesbaden, Mainz, Speyer und Ludwigshafen in Richtung französische Grenze nach Straßburg. Von dort führte die Strecke weiter bis nach Basel in der Schweiz. Die Tour stellte nicht nur sportlich, sondern auch mental eine enorme Herausforderung dar. Stundenlang waren die beiden nachts auf einsamen Straßen unterwegs – bei Müdigkeit, wechselhaftem Wetter und ohne Ablenkung oder Unterstützung.
Wie anspruchsvoll und nicht ungefährlich die Fahrt war, zeigte sich bereits auf der Wiesbadener Platte. Kurz vor den Radfahrern wechselte eine Wildschweinrotte die Straßenseite. Aus Sicherheitsgründen verzichteten sie darauf, die anschließende Abfahrt mit hoher Geschwindigkeit zu fahren.
Nach rund 150 Kilometern bekam Jan Hekmann, der solch lange Distanzen nicht gewohnt ist, starke Knieprobleme. Das Duo musste das Tempo deutlich reduzieren. Dadurch gingen wertvolle Zeit und viel Kraft verloren. Vakkas Soyudogan versuchte durch Übernahme des Großteils der Führungsarbeit Jan zu entlasten. Nach etwa 200 Kilometern musste Hekmann die Tour schließlich abbrechen. Für Soyudogan war jedoch sofort klar, die Benefizaktion alleine zu Ende zu bringen.

Die zweite Hälfte der Strecke verlangte dem 34-Jährigen vom RSV Nassovia Limburg alles ab. Neben der eigenen Ausrüstung musste er nun auch das Navigationsgerät und die damit verbundene Navigationsarbeit seines Partners übernehmen, wodurch die Belastung zusätzlich schwerer wurde. Zwar blieben größere Unwetter aus, dennoch machten ihm Schlafmangel, wechselnde Temperaturen zwischen Gewitter und über 30 Grad sowie zahlreiche Baustellen mit schlechten Straßenverhältnissen zu schaffen. In Weil am Rhein warteten sein Freund und dessen Vater, um ihn nach der Ankunft in Basel wieder nach Hause zu bringen.
„Das war extrem hart – viel härter als gedacht“, berichtet Soyudogan. Zwar hatte er bereits Touren über 200 Kilometer absolviert, eine Distanz von 400 Kilometern ohne Unterbrechung jedoch noch nie. Er war nach einem Arbeitstag gestartet und hatte zudem die vielen Baustellen auf der Strecke unterschätzt. „Wenn du niemanden hast, mit dem du reden kannst, wird es am Ende ein Kampf gegen dich selbst.“
Lange Pausen gönnte sich der Benefiz-Radfahrer nicht. Angehalten wurde lediglich, um Wasserflaschen und Nahrungsmittel aufzufüllen. Um keine Zeit zu verlieren, ernährte er sich unterwegs fast ausschließlich von Energiegels und Cola. Immer wieder habe er gedacht: „Ich kann nicht mehr.“ Taube Zehen, schmerzhafte Blasen und Sitzbeschwerden machten ihm zu schaffen. Aufgeben sei jedoch keine Option gewesen. Deshalb biss sich Vakkas Soyudogan bis nach Basel durch und erreicht das Ziel. Die Gefühle nach seiner Ankunft ließen sich führ ihn kaum in Worte fassen.
