Die Gäste aus Hadamar erwischten den besseren Start in die Partie. Mit viel Ruhe am Ball, klaren Aktionen im Spiel nach vorne und einer guten Ordnung in der Defensive setzten sie die ersten Akzente und gingen folgerichtig verdient in Führung durch Drosch in min 20. In dieser Phase hatte Offheim/Dietkirchen noch Schwierigkeiten, Zugriff auf das Spiel zu bekommen, und wirkte in einigen Situationen einen Schritt zu spät.
Doch mit zunehmender Spieldauer fand die Heimelf immer besser in die Partie. Die Zweikämpfe wurden intensiver geführt, das Passspiel sicherer und die Offensivaktionen zielstrebiger. Der Ausgleich durch einen von Kunz verwandelten Foulelfmeter war die logische Konsequenz dieser Leistungssteigerung. Dieser Treffer gab Offheim/Dietkirchen spürbar Auftrieb: Plötzlich war mehr Dynamik im Spiel, mehr Entschlossenheit in den Aktionen.
Noch vor dem Halbzeitpfiff gelang es der Heimelf dann, das Spiel komplett zu drehen und mit 2:1 in Führung zu gehen durch Zuckrigl . Ein Treffer zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt, der sowohl mental als auch spielerisch Gewicht hatte und die Gäste kurzzeitig aus dem Rhythmus brachte.
Nach der Pause zeigte sich Hadamar jedoch keineswegs geschockt. Im Gegenteil: Die Gäste kamen mit viel Engagement aus der Kabine, versuchten das Spiel wieder an sich zu reißen und suchten konsequent den Weg nach vorne. Es entwickelte sich eine offene Partie mit einem munteren Auf und Ab, in der beide Mannschaften ihre Offensivqualitäten zeigten. Hadamar investierte viel, doch klare Torchancen blieben Mangelware oder wurden nicht konsequent zu Ende gespielt.
Offheim/Dietkirchen hingegen präsentierte sich in dieser Phase äußerst effizient. Mit dem Treffer zum 3:1 durch Zuckrigl bauten sie ihre Führung weiter aus und nutzten die sich bietenden Räume konsequent. Das Spiel blieb dennoch lebendig, da Hadamar nie aufgab und weiterhin versuchte, den Anschluss zu erzielen.
Die endgültige Vorentscheidung fiel in der 57. Minute, als Bünning zum 4:1 traf. Trotz weiterhin engagierter Bemühungen der Gäste war spätestens zu diesem Zeitpunkt die Richtung der Partie klar vorgegeben. Offheim/Dietkirchen spielte die verbleibende Zeit abgeklärt herunter, ohne jedoch die Offensivbemühungen komplett einzustellen.
Den Schlusspunkt setzte schließlich Kevin Jung, der in der 73. Minute mit dem Treffer zum 5:1-Endstand den Torreigen abschloss und damit die starke Chancenverwertung seiner Mannschaft unterstrich.
Für den emotionalen Höhepunkt sorgten jedoch die Schlussminuten der Begegnung: Zwei Minuten vor Spielende entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß für die Gäste aus Hadamar. Bereits im Vorfeld hatte Kilic Görguelue den Unparteiischen fairerweise darauf hingewiesen, dass kein Foulspiel vorgelegen hatte. Dennoch blieb der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung und der Strafstoß musste ausgeführt werden.
In einer außergewöhnlichen und bemerkenswerten Geste des Fairplays entschied sich Sebastian Trosch daraufhin, den Ball nicht aufs Tor zu schießen, sondern ihn bewusst harmlos zum Torhüter zurückzuspielen. Eine Szene, die weit über das eigentliche Spielergebnis hinausgeht.
Gerade vor dem Hintergrund, dass noch ein Rückspiel aussteht und sportlich weiterhin alles offen ist, kann diese Aktion nicht hoch genug bewertet werden. Sie steht sinnbildlich für den wahren Geist des Fußballs, in dem Fairness, Respekt und Integrität eine zentrale Rolle spielen.
So bleibt neben dem deutlichen 5:1-Erfolg vor allem eine Partie in Erinnerung, die nicht nur durch ihre spielerische Qualität überzeugte, sondern auch durch eine herausragende sportliche Haltung, die höchsten Respekt verdient.
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von Kai Diefenbach
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