Appell an alle Eltern und Trainer/innen

Bei Jugendspielen in unserem Kreis geht es nicht immer fair genug zu.
Dieser Befund ist eindeutig. Er hat aber nichts mit Fouls, Ballwegschlagen, Zeitspiel oder Handspiel zu tun. Er hat auch weniger mit Jugendlichen als vielmehr mit Erwachsenen zu tun.
Wenn man im Auftrag des KSA eine/n junge/n Schiedsrichter/in auf einem der hiesigen Sportplätze betreut, kommt es leider zu oft vor, dass der besagte Schiedsrichter unfair behandelt wird.
Es ist völlig okay, Kritik an einer Schiedsrichterentscheidung zu äußern. Wenn der Schiri Gelb gibt und die Trainerin Rot fordert, kann es auch mal sein, dass beide Karten für das betreffende Foulspiel vertretbar gewesen wären. Und manchmal (ehrlicherweise sehr selten) liegt der/die Jung-Schiri auch völlig daneben. Kritik ist also manchmal auch in der Sache berechtigt.
Es ist allerdings nie berechtigt, den Schiedsrichter, der selbst kaum älter ist als die Spieler, quer über den Platz anzuschreien. Es ist nie berechtigt, dem Jung-Schiedsrichter eine Entscheidung aufzwingen zu wollen, indem man sie mit mehreren Erwachsenen herbeipöbelt. Vor allem aber sind Beleidigungen gegen die Jung-Schiris nie berechtigt.
Das ändert sich auch dann nicht, wenn man der Meinung ist, der Jung-Schiri habe das ganze Spiel verpfiffen. In keinem, wirklich keinem Fall sollte man abends gut einschlafen können, wenn man mittags einen Minderjährigen beleidigt hat. Und leider müssen wir feststellen, dass solche Vorfälle bittere Realität sind.
Wenn Jugend-Trainer/innen oder Eltern sich an diese Spielregeln nicht halten, wenn sie die Schiris bedrängen und angehen, hat das eine noch weitergehende Folge: Ihre Kinder lernen, es ihnen gleichzutun. Je jünger die Kinder sind, desto eher spiegeln sie das Verhalten ihrer Vorbilder. Eltern und Trainer/innen tun also gut daran, sich auch wie Vorbilder zu benehmen.
Es ist möglich, dass Ihr 13-jähriges Kind von einem Schiedsrichter gepfiffen wird, der kaum älter ist. Wenn Sie diesen demnächst kritisieren wollen, sollte der Umgang respektvoll sein. Um das zu prüfen, empfiehlt sich ein einfacher Gedanke: Wenn mein Kind in zwei Jahren Schiedsrichter sein will, wie sollen die Leute dann mit ihm umgehen?
Wenn Ihr Verhalten diese Prüfung nicht besteht – ändern Sie es bitte.
All das Vorgenannte gilt für den Umgang mit Schiedsrichter/innen aller Altersklassen. Gerade gegenüber den besonders jungen Kolleg/innen muss es doch aber commonsense sein, fair mit ihnen umzugehen.
– von Luca Kloft (Öffentlichkeitsbeauftragter der Schiedsrichtervereinigung)

 

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