Die Partie vor ansprechender Kulisse auch dank zahlreicher Gästefans wurde früh mit der Führung für den Tabellenzweiten eröffnet und war fast ein Geschenk der Gastgeber: Ben Rosbach „bedankte“ sich auf seine Weise – nachdem er von Lasse Schön bedient worden war – mit dem Führungstreffer (5.); vorausgegangen war ein zu kurz geschlagener Ball des einheimischen Keepers und Abstimmungsfehler in der Defensive. Das spielte Villmar/Arfurt/Aumenau sehr in die Karten, zwang es doch den Gastgeber, nun selbst aktiv das Spiel zu gestalten. Dies gelang zumindest sporadisch: Vasyl Stasiuk versprang das Spielgerät bei Abschluss nach RSV-Balleroberung zuvor im Mittelfeld (9.); derselbe Akteur verzog einen Schuss später völlig am Tor vorbei (21.); stark Vasyl Stasiuks Balleroberung hingegen auf links, aufgelegt für Niklas Hecht, der scharfe Flachschuss strich nur hauchzart am rechten Pfosten vorbei (39.). Stasiuk auch indirekt am Ausgleich dann beteiligt: Das Einsteigen von Niklas Blecker gegen ihn wertete der Schiedsrichter als strafstoßwürdig, Kategorie „Kann-Elfmeter“, aber nicht zwingend. Würges‘ Kapitän ließ die Ausgleichschance aber nicht verstreichen und verwandelte den Strafstoß sicher (45.+1) zum zur Halbzeit verdienten Ausgleich, zumal der Gast seit der frühen Führung nurmehr verwaltete.
Nach der Pause war der Gast deutlich aktiver und verdiente sich nach und nach die Führung. Man startete schon gleich gefährlich mit einer Kopfballverlängerung an die Latte nach Eckstoß (47.); kurz später rettete Lars Klippel für den RSV hervorragend vor dem einschussbereiten Nick Steiner (53.); Fernschuss diagonal aus 22 Metern von David Seibel, Taiwo Adejemi im Gehäuse der Gastgeber aufmerksam (62); Nick Steiner versprang in aussichtsreicher Position der Ball leicht (67). Die Führung kurz danach: Klasse Balleroberung auf links Richtung Eckfahne durch Lasse Schön, Flanke hoch und doch scharf angebracht sogar über den Würgeser Keeper hinweg, Kopfball zentral durch Nick Steiner zum 1:2 (70.). Ein Aufbäumen des RSV blieb aus. Im Gegenteil fiel das 1:3 Marke Tor des Monats: Noch in der eigenen Hälfte nach Ballgewinn durch den Gast, guckte sich Luca Seibel Taiwo Adejemi im RSV-Tor aus und bugsierte den Ball überlegt über ihn hinweg ins linke Tordreieck – ein Genuss für den neutralen Beobachter (86.). In der 90. Minute forderte Villmar/Arfurt/Aumenau seinerseits Foulelfmeter, den es aber nicht gab: Verglichen mit der Aktion von der Halbzeit wäre es nach dem Maß ein Muss-Elfmeter gewesen, aber heute nicht mehr spielentscheidend (90.). In der Nachspielzeit war nach Ecke Nick Steiner völlig frei für die Gäste, Adejemi im RSV-Kasten wehrte aber hervorragend zum nächsten Eckstoß ab (90.+2).
Das Spiel selbst aufzuziehen nach Rückstand ist nun keine Königsdisziplin des RSV, zumal mal freilich dann nicht vollends öffnen kann. Heute gelang in Durchgang zwei und vor allem nach dem erneuten Rückstand ab Minute 70 kein einziger nennenswerter eigene Abschluss mehr, da hätte der Gast viel mehr unter Druck gesetzt werden müssen.
Durch den Niederbrechener Sieg vom heutigen Spieltag – die Alemannia hat die rote Laterne nun wieder an Würges übergeben -, ist man nun nächste Woche zu Hause gegen Heringen/Mensfelden unter Zugzwang, zumal auch der Drittletzte Elz noch eine Nachholpartie in der Hinterhand hat.
RSV Würges: Adejemi – Klippel, Jona Perner, Stahl, Brands – Silas Diehl, Hecht, Breunig, Din, Vasyl Stasiuk – Urban. (Schauß, Grund, Potthoff, Aaki, Oleh Stasiuk, Ben Diehl/ETW.)
SG Villmar/Arfurt/Aumenau: Janz – Blecker, Böcher, Holder, Seibel, Steiner, Schneider, Schön, Marks, Rosbach, Seibel. (Jung, Weide, Koltermann, Laux.)
Tore: 0:1 Ben Rosbach (5.), 1:1 Niklas Hecht (45.+1, FEM), 1:2 Nick Steiner (70.), 1:3 Luca Seibel (86.).
SR: Bratislav Pajic (FV 08 Neuenhain ) – Zuschauer: 90.
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von Ingo Rum
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