Den ersten Abschluss verzeichneten die Gäste, als Zakariya Nur Ali von diagonal von rechts einen scharfen Schuss aufs Würgeser Tor setzte, aber Taiwo Adejemi war zur Stelle und konnte zur Ecke abwehren (7.). Mit der ersten gefährlichen Aktion ging der Gastgeber gleich in Front: Toll über links über das halbe Feld von Vasyl Stasiuk eingeleitet, stand Silas Diehl goldrichtig, um den Ball in Höhe des zweiten Pfostens einzuschieben (14.). Oberlahn bis zur Pause nur einmal noch wirklich gefährlich, als ein zweiter Ball nach zuvor abgewehrtem Freistoß scharf gemacht wurde, aber ein aufgerückter Gästeakteur zentral frei per Kopf das Spielgerät links vorbesetzte (24.).
Würges verstand es geschickt bis zur Pause kaum Abschlüsse zuzulassen, Räume engzumachen und gegen spielstarke Gäste mit der notwendigen Aggressivität in den Zweikämpfen zu agieren. Daher wenig zu berichten ansonsten aus den ersten 45 Minuten.
Oberlahn von den Spielanteilen auch im Durchgang zwei weiter dominant gegen defensive Gastgeber und mit dem ersten Abschluss, der schon hätte den Ausgleich bringen können: Tristan Burggraf bediente zentral Jann Bangert, aber Taiwo Adejemi hielt klasse und konnte zum Eckball abwehren (52). Fünf Minuten später war wiederum Jann Bangert diesmal vogelfrei selbst im Fünfmeterraum befindlich, setzte den Abschluss aus spitzem Winkel aber an den rechten Außenpfosten (57). Der Ausgleich viel dann kurz danach: Auf Würges‘ linker Seite wurde ein hoher Ball falsch berechnet, Laurin Ketter hatte rechts dann viel Zeit zur Vorbereitung auf Marco Cromm in der Mitte – 1:1 (59.). Aber Würges schlug postwendend zurück nach Tempogegenstoß: Der flinke Vasyl Stasiuk setzte Silas Diehl wunderbar ein, der mit seinem zweiten Treffer heute keine Probleme hatte (61.). In den nächsten zehn Minuten gelang Oberlahn nun kein gefährlicher Abschluss mehr, im Gegenteil, kassierten sie nach Konter Gegentreffer Nummer drei: Chakil Aaki gedankenschnell im Mittelfeld nach Ballgewinn auf Vasyl Stasiuk, der den Ball ansehnlich und unhaltbar ins rechte Tordreieck schlenzte (71.). Oberlahn erhöhte nun Schlagzahl und Spielgeschwindigkeit. Marco Cromm konnte durchbrechen, Taiwo Adejemi in höchster Not im Herauslaufen retten (73.); Zakariya Nur Ali mit Ballgewinn auf links, Adejemi aus spitzem Winkel zur Stelle (74.).
Der Anschlusstreffer kurz darauf, Jann Bangert bediente Tristan Burggraf, der aus 18 Metern den Ball unhaltbar ins Tor jagte (75.). Würges nur noch einmal offensiv mit einem Lebenszeichen mit Freistoß von links durch Silas Diehl über Chakil Aaki zu zentral Bennet Breunig, der den Ball abtropfen ließ, aber Gästetorwart Laurens Seelbach war im linken Toreck schnell zu Stelle, um den Flachball aufnehmen zu können (78.). Fünf Minuten vor dem regulären Spielende war es dann aber so weit: Strammer Distanzschuss der Gäste, Taiwo Adejemi im Würgeser Tor konnte den Ball so gerade noch abwehren, den Abpraller schweißte dann Marco Cromm unhaltbar zum Ausgleich ein (85.). Aus dem Halbfeld schlug Oberlahn einen Ball aufs Würgeser Tor, durch den Wind wurde der lang und länger und Adejmi musste in höchster Not zur Ecke klären (88.). Eine Minute später reklamierte Oberlahn auf vermeintlichen Handelfmeter (89). Die allerletzte Aktion hätte fast noch den Siegtreffer gebracht für den Tabellenführer: Ecke von links, aus kurzer Distanz setzte ein Gästeakteur den Kopfball über den Kasten (90.+6).
Etwa ab Minute 65 ließ sich der RSV teils mit allen Mann in die eigene Hälfte zurückdrängen und konnte nur hier und da Tempogegenstöße anbringen. Das aber effektiv zumindest! In der Schlussviertelstunde war es dann auch ein wirklicher Kraftakt. Deshalb sollte man im Lager der Roten nicht allzu enttäuscht sein, dass man den Zwei-Tore-Vorsprung doch noch aus der Hand gab und Motivation daraus ziehen, dass man Oberlahn lange in Schach halten konnte; denn immerhin drohte die Partie in der Nachspielzeit (sechs Minuten) auch komplett zu kippen zugunsten der Gäste. Unbestritten hatte sich der Gast nach der Mehrzahl an Chancen am Ende den Ausgleich wiederum verdient.
Das Spiel hätte gerade ab dem zweiten Durchgang den einen oder anderen Zuschauer mehr verdient gehabt. Nach der tollen kämpferischen Einstellung und Achtungserfolg der Einheimischen auf dem Weg zum Klassenerhalt vielleicht gleich nächste Woche gegen den Tabellenzweiten Villmar/Arfurt/Aumenau vor mehr Publikum?
RSV Würges: Adejemi – Klippel, Jona Perner, Stahl, Brands – Silas Diehl, Hecht, Breunig, Din, Vasyl Stasiuk – Abdal Ahmed. (Pickhardt, Aaki, Oleh Stasiuk, Schauß, Can, Ben Diehl/ETW.)
SG Oberlahn: Seelbach – Bielak, Dombach, Jaromin, Burggraf, Nur Ali, Cromm, Hetzl, Ludwig, Dillmann, Bangert. (Hardt, Lengwenus, Ketter.)
Tore: 1:0 Silas Diehl (14.), 1:1 Marco Cromm (59.), 2:1 Silas Diehl (61.), 3:1 Vasyl Stasiuk (71.), 3:2 Tristan Burggraf (75.), 3:3 Tristan Burggraf (85.).
SR: Muharrem Canel (SV 09 Flörshieim) – Zuschauer: 50.
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