Limburger HC feiert durch 7:6 im „Endspiel“ gegen Bad Kreuznach dramatischen Aufstieg in die 1. Regionalliga

Der Limburger Hockey-Club feierte nach Abpfiff ausgelassen den Wiederaufstieg in die 1. Hallenhockey-Regionalliga Süd.

Hockey. Der Limburger Hockey-Club (LHC) hat die direkte Rückkehr in die 1. Hallenhockey-Regionalliga Süd perfekt gemacht. In einem hochdramatischen „Aufstiegsendspiel“ besiegten die Lahnstädter den Kreuznacher HC in der Limburger Kreissporthalle mit 7:6 (1:2) und sicherten sich mit dem fünften Sieg im fünften Heimspiel die Meisterschaft der Westgruppe der 2. Regionalliga.

Es war nicht die spielerisch bessere, sondern die abgezocktere Mannschaft, die am Ende jubeln durfte. Bad Kreuznach hatte in der zweiten Halbzeit zeitweise mit zwei Treffern Vorsprung geführt und stand mehrfach kurz vor der Vorentscheidung. Doch Limburg kämpfte sich in der Schlussphase mit großer Moral zurück. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff sorgte Lukas Schmitt mit seinem fünften Treffer per eiskaltem Alleingang für den umjubelten 7:6-Sieg. Ein Remis hätte dem TEC Darmstadt im Fernduell den Titel beschert.

Die Enttäuschung beim Kreuznacher HC hielt sich dennoch in Grenzen. Nach der überraschenden Niederlage im Nachholspiel bei Rüsselsheim 2 am Freitag hätte selbst ein knapper Sieg in Limburg nicht mehr zur Meisterschaft gereicht. TEC Darmstadt gewann parallel deutlich mit 11:5 gegen den Wiesbadener THC 2, sodass Bad Kreuznach in Limburg einen unrealistischen Sieben-Tore-Sieg für Platz 1 gebraucht hätte.

KHC-Trainer Alexander Jacob zeigte sich fair: „Das Einzige, was wir hier noch hätten erreichen können, wäre gewesen, einer anderen Mannschaft ihren Traum zu zerstören.“ Gleichzeitig ärgerte er sich über die vielen vergebenen Chancen seines Teams, das phasenweise spielerisch und athletisch überlegen war.

orwart Nils Jonas, Benedikt Faustmann, Dominic Böckling und Jelle Mourik (weiße Trikots v. l.) wurden in der Defensive heftig gefordert.

Vor allem Limburgs Schlussmann Nils Jonas hielt sein Team im Spiel. Mehrfach agierte er entschlossen als zusätzlicher Feldspieler und verhinderte mit seinem mutigen Herauslaufen, dass der Rückstand größer als zwei Tore wurde.

Dabei begann die Partie aus Limburger Sicht vielversprechend. Der LHC zeigte von Beginn an, wie sehr er den Heimsieg wollte. Anton Schütt erzielte das verdiente 1:0, doch ein Doppelschlag der Gäste drehte die Partie. Sebastian Behr verwandelte die erste Strafecke der Kurstädter eiskalt, Jan-Niklas Schäfer staubte zum 2:1 ab.

Bad Kreuznach ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen und kam immer wieder gefährlich vor das Tor. Nur dank der Routine von Benedikt Faustmann und Max Bommel, die mehrfach in letzter Sekunde klärten, blieb Limburg im Spiel. Kurz nach der Pause erhöhte Fabio Rau auf 3:1 für die Gäste – die Meisterschaft schien zu diesem Zeitpunkt zu kippen.

Doch der LHC bewies Nervenstärke. Kay Tomas verkürzte per Strafecke auf 2:3, Lukas Schmitt übernahm zunehmend die Verantwortung. Der Limburger Feldspieler des Tages verwandelte auch seinen zweiten Siebenmeter sicher zum 5:5. Acht Minuten vor dem Ende war klar: Ein Unentschieden würde durch den Darmstädter Sieg im Parallelspiel nicht reichen.

Die Schlussphase schien sich zunächst gegen Limburg zu wenden. Tomas und Lars Schmitt kassierten Zeitstrafen, Sebastian Behr brachte Bad Kreuznach sechs Minuten vor dem Ende erneut in Führung. Doch da die Gäste auf einen höheren Sieg spielen mussten, ergaben sich Räume – und die nutzte Lukas Schmitt mit all seiner Erfahrung. Zwei Mal schlug er eiskalt zu und machte den kaum noch für möglich gehaltenen Aufstieg mit der letzten Aktion vor der Schlusssirene perfekt.

Der LHC mit Max Bommel (an der Kugel) und David Schneider musste für den Meistertitel alles an Routine in die Waagschale werfen.

Trainer Stefan Döppes erklärte den Erfolg so: „Bad Kreuznach hat lange Druck gemacht. Ich wusste, dass sie am Ende müde werden und wir noch eine Chance bekommen. Die haben wir genutzt. Ich bin meinen Spielern dankbar, dass sie unseren Plan umgesetzt haben.“

Der Jubel in der Kreissporthalle kannte danach keine Grenzen mehr.

Limburg: Jonas, Bommel, Faustmann, Böckling, Lukas Schmitt (5), Tomas (1), Schneider, Schütt (1), Meurer, Lars Schmitt, Dick, Jelle Mourik.
Bad Kreuznach: Senft, Zerfass, Schäfer (1), Rau (2), Behr (3), Karst, Jeremy Ley, Adrian Ley, Frey, Traut, Günther, Bender.rk

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