
Hockey. Der Limburger Hockey-Club (LHC) bleibt trotz einer deutlichen 4:9-Niederlage (1:3) beim Abstiegskandidaten Rüsselsheimer RK 2 am Sonntag mindestens bis kommenden Freitag Tabellenführer der West-Gruppe der 2. Regionalliga Süd. Voraussichtlich wird jedoch nur ein Heimsieg am kommenden Sonntag gegen den Kreuznacher HC die Meisterschaft sichern. Denn die Kurstädter könnten bei einem erwarteten Auswärtssieg am Freitag im Nachholspiel in Rüsselsheim am LHC vorbeiziehen. Das direkte Verfolgerduell gegen Darmstadt gewann Kreuznach am Sonntag mit 5:3.
Bereits am Samstag hatte Limburg einen wichtigen und verdienten 4:0(2:0)-Erfolg gegen den Tabellenvierten Wiesbadener THC 2 gefeiert. In der Limburger Kreissporthalle war der Sieg allerdings deutlich härter erkämpft, als es das klare Ergebnis vermuten lässt. Der LHC musste aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle von Finn Mourik, Lukas Schmitt und Simeon Schneider sowie der beruflichen Verhinderung von Dominic Böckling und Anton Schütt mit erheblichen Personalproblemen zurechtkommen.
Die athletisch starken Gäste aus Wiesbaden, die im Fernduell mit Rüsselsheim dringend Punkte zum Klassenerhalt benötigten, starteten aggressiv und setzten Limburg mit frühem Forechecking unter Druck. Der LHC begann bewusst mit angezogener Handbremse, um Kräfte für das Spiel am Sonntag zu sparen, musste dabei aber höllisch aufpassen, nicht früh in Rückstand zu geraten. In der Defensive konnten sich die Gastgeber auf die Routiniers Benedikt Faustmann und Kapitän Max Bommel verlassen, die zahlreiche Angriffe der hessischen Hauptstädter entschärften.
Überragender Akteur war jedoch einmal mehr Torwart Nils Jonas. 60 Minuten ohne Gegentor in der Halle zu bleiben, ist außergewöhnlich. Mit starken Reflexen, sicherem Stellungsspiel, mutigem Herauslaufen und auch dem nötigen Quäntchen Glück – unter anderem bei einem Pfostentreffer – hielt er seinen Kasten phänomenal sauber. Wiesbaden zeigte viel Einsatz, vermisste im Angriff jedoch einen echten Goalgetter.

Auch Limburg tat sich offensiv lange schwer. David Schneider und Kay Tomas mussten die Hauptlast im Angriff tragen, konnten ihre Klasse jedoch nur selten aufblitzen lassen. Kurz vor Ende des ersten Viertels setzten sich dann aber Erfahrung und Übersicht durch: Die beiden Offensiv-Routiniers sorgten mit starken Einzelaktionen für die 2:0-Führung.
Obwohl Wiesbaden das hohe Anfangstempo nicht halten konnte, blieb die Partie bis in die Schlussphase hinein umkämpft. Limburg ließ fünf Strafecken ungenutzt, ein Anschlusstreffer der Gäste hätte dem Spiel jederzeit eine andere Richtung geben können. In den Vierteln zwei und drei vergaben beide Teams ihre Chancen, zudem fand ein Treffer von Jelle Mourik umstritten keine Anerkennung.
Die Entscheidung fiel schließlich kurz vor Schluss, als Faustmann eine Strafecke mit einem sehenswerten Schlenzer zum 3:0 verwandelte. Wiesbaden nahm daraufhin den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Feld, doch Laurens Meurer nutzte dies eiskalt und traf ins leere Tor zum 4:0-Endstand.
„Wir haben stark gekämpft und verdient gewonnen“, zeigte sich LHC-Trainer Stefan Döppes zufrieden. „Gegen einen Gegner auf ähnlichem Niveau in der Halle zu null zu spielen, muss man erst einmal schaffen.“
Am Sonntag in Rüsselsheim erlebte Limburg hingegen laut Döppes „einen gebrauchten Tag“. Mit dem dünnen Kader und gesundheitlich teilweise angeschlagenen Spielern fehlten nach dem Kraftakt am Samstag die nötigen Reserven für weitere 60 Minuten, während die Gastgeber ausgeruht in die Partie gingen. Döppes sprach trotz allem von einem spielerisch ausgeglichenen Spiel, doch die Müdigkeit führte zu Unkonzentriertheiten im Abschluss. Rüsselsheim, das dringend einen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt benötigte, nutzte seine Chancen dagegen konsequent.
Nach einem Doppelschlag Mitte der ersten Hälfte zog der RRK auf 3:1 davon. Da Limburg weiter auf Sieg spielen musste, gingen die Lahnstädter im zweiten Durchgang zunehmend ins Risiko – was sich jedoch rächte. Spätestens beim 1:6 war die Partie entschieden. Die Treffer von Lars Schmitt (2), Kay Tomas und Laurens Meurer waren letztlich nur noch Ergebniskosmetik.
Limburg:
Jonas, Bommel, Faustmann (1), Meurer (2), Tomas (2), David Schneider (1), Lars Schmitt (2), Jelle Mourik, Dick, Brand, Flick.rk
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