
Hockey. Die Limburger Herren haben ihre sportliche Talfahrt vorerst gestoppt. Dank mehrerer Rückkehrer gelang in der Halle die Rückkehr in die 1. Regionalliga Süd, der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Nach dem Aufstieg richtet sich der Blick bereits nach vorne: In der kommenden Hallensaison soll in einer starken Liga der Klassenerhalt gelingen.
Deutlich schwieriger gestaltet sich die Lage auf dem Feld. Dort stehen die Lahnstädter als Tabellenletzter der 2. Regionalliga Süd/West unter Druck und müssen sogar den Abstieg in die hessische Oberliga fürchten. Die Runde wird am 25. April fortgesetzt, der Rückstand auf die Konkurrenz beträgt sechs Punkte. Trainer Stefan Döppes gibt sich dennoch kämpferisch. „Es wird schwer, sechs Punkte aufzuholen, aber es ist durchaus machbar“, sagt er. Sein Team habe spielerisch meist gut mithalten können, habe sich jedoch zu selten belohnt. Vor allem im Torabschluss lagen bislang die Probleme.
Für neue Hoffnung sorgen mehrere erfahrene Kräfte, die auch für die Feldrunde zugesagt haben. Mit den Verteidigern Dominic Böckling und Benedikt Faustmann sowie den Stürmern Kay Tomas, David Schneider und Lukas Schmitt erhält die Mannschaft zusätzliche Routine. Wann Tomas nach einer anstehenden Operation wieder ins Training einsteigen kann, ist allerdings noch offen. Döppes erhofft sich durch die Alternativen im Sturm mehr Durchschlagskraft und damit die nötigen Tore für die Aufholjagd.
Noch nicht geklärt ist, ob Anton Schütt und Jelle Mourik in der Feldrunde ebenfalls für Limburg auflaufen werden, da dies von ihrem künftigen Studienort abhängt. Laurens Meurer steht nach seinem Hallen-Comeback aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
Unabhängig vom kurzfristigen Kampf um den Klassenerhalt richtet sich der Blick im Verein zunehmend auf die Zukunft. Mehrere Jahre müssen überbrückt werden, bis die wiederbelebte Jugendarbeit auch im Herrenbereich personell Früchte trägt. Das Modell mit ausländischen Gastspielern hält Döppes nicht für zielführend. Neben den Kosten sei vor allem die Integration schwierig, wenn man sich nur drei Mal pro Woche im Training sehe, erklärt Limburgs Trainer.
Hinzu kommen laut ihm strukturelle Nachteile: Limburg sei logistisch schwer zu erreichen, während sich Spieler im Rhein-Main-Gebiet zwischen zahlreichen, besser angebundenen Vereinen frei entscheiden könnten. Selbst Standorte wie Mainz mit Universität, eigener Halle und nahezu professioneller Infrastruktur hätten es schwer, neue Spieler zu gewinnen. „Da haben wir noch schlechtere Karten“, so Döppes. Umso wichtiger sei es, junge Spieler einzusetzen und an das Regionalliga-Niveau heranzuführen. Ohne Einsatz fehle die Entwicklung, zudem drohe der Verlust von Talenten. Allen Beteiligten ist bewusst, dass die Versäumnisse der vergangenen Jahre nicht kurzfristig aufzuholen sind. Ziel bleibt es daher, möglichst wenige Spieler in den kommenden Jahren zu verlieren – auch wenn klar ist, dass die älteren Akteure den Verein nicht dauerhaft tragen können. rk
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