Nachdem wir in der letzten Woche die Verbandsliga im Blickfeld hatten, konzentrieren wir uns heute auf die Gruppenliga Wiesbaden. Da sorgt ein Verein für großes Aufsehen und wirbelt die Liga mehr oder weniger durcheinander. Es gibt sogar eine umgekehrte Parallele zu einem Bundesligaverein.
Beim Blick auf die Tabelle, sieht man beim Verein aus der 7. Liga, dass er die wenigsten Gegentreffer der gesamten Konkurrenz kassiert hat. Bemerkenswert.
Schaut man zum Vergleich auf den hessischen Vertreter in der 1. Liga, die Eintracht aus Frankfurt, stellt man fest, dass die Adlerträger zusammen mit dem Tabellenletzten, dem 1. FC Heidenheim, die meisten Gegentreffer der Liga kassiert haben. Letztes Wochenende war sogar die Rede von der „Schießbude der Liga“ bei den Hessen, da man nun schon regelmäßig 3 Gegentreffer pro Spiel kassiert.
Ein neuer Trainer wurde nach der Trennung von Dino Toppmöller noch nicht gefunden, obwohl es im Süden der Republik bestimmt bald einen freien Trainer geben wird, nachdem sich die Münchner Bayern doch tatsächlich erlaubt haben, das erste Spiel in der laufenden Bundesligasaison zu verlieren. Der Stuhl von Vincent Kompany dürfte also extrem wackeln, der ja ohnehin eine „Notlösung war.
Apropos Notlösung. War bzw. ist dies nicht auch Manuel Baum bei Bayern-Bezwinger FC Augsburg. Baum hatte nach der „Ära“ Sandro Wagner bei den Fuggerstädtern als Interimslösung übernommen, obwohl er erst zur Saison 2025/2026 vom Nachwuchsleistungszentrum des RB Leipzig zurück an die alte Wirkungsstätte gekommen war.
Apropos Sandro Wagner. War er es nicht gewesen, der nach der knappen 2:3 Hinspiel-Niederlage gesagt hatte: „Ich sehe es nicht, dass wir weniger Qualität haben als die Bayern“. Es war mal wieder einer seiner provokanten Sprüche, der ihm dann danach mehr oder weniger auf die Füße gefallen ist. Aber warum, er hatte doch Recht, nur nicht an diesem einen Tag im letzten Jahr. Heute könnte man sagen, er hat sein altes Team mit der Aussage inspiriert, denn die Augsburger haben verdient mit 2:1 beim Rekordmeister gewonnen und haben dafür gesorgt, dass der mögliche, kommende Meister, nicht ohne Niederlage durch die Saison rast.
Apropos Serien – ungeschlagen ist einer unserer heimischen Vertreter in der Gruppenliga auch nicht, aber er ist drauf und dran, für eine kleine Sensation zu sorgen. Nach dem Aufstieg aus der KOL den Durchmarsch in die Verbandsliga zu machen. Zumindest für die Teilnahme an der Relegation sieht es sehr gut aus.
GRUPPENLIGA WIESBADEN
Die Rede bei unserer humoristischen Einleitung ist natürlich vom SC Offheim, bei dem sprichwörtlich in der laufenden Saison „die Bären los“ sind. Den Scherz Namen haben die Offheimer bekanntermaßen aus dem 19. Jahrhundert, als Bürger einem angeblichen Bären hinterher jagten. Nun jagen die Fußballer des SCO mehr oder weniger durch die Gruppenliga. Es gibt quasi kein Aufhalten für das Team von Trainer Christian Scheuren. Bis zur Winterpause hat man sich auf einen respektablen 3. Platz in der Tabelle vorgearbeitet und von 19 Spielen nur 3 Partien verloren. Nun hat man bei der gleichen Anzahl von absolvierten Spielen wie die ersten beiden Teams, eine Punktzahl von 38 erreicht und hat 7 Punkte Rückstand auf Tabellenführer VFB Unterliederbach, aber nur 1 Punkt auf den FC Eddersheim II, der auf dem derzeit ausgewiesenen Relegationsplatz steht. Ein weiterer Meilenstein in dieser Saison: Es gab gleich 3 Spiele gegen Ligakonkurrent FC Dorndorf. Zunächst verlor man am 3. Spieltag zu Hause mit 0:2, um dann in Dorndorf den Spieß umzudrehen und selbst mit 2:1 zu gewinnen. Im Pokal warf man den FCD zudem bereits in der 2. Runde raus und steht mittlerweile im Halbfinale des Kreispokals. Hier kommt es dann am Mittwoch, den 15.04.2026 um 19:30 Uhr zum Hammer-Duell in Offheim, wenn es heißt: Stadtteil gegen Stadt, Gruppenliga gegen Verbandsliga oder ganz einfach der SC Offheim empfängt an diesem Tag den VfR 07 Limburg. Sicherlich ein Leckerbissen für die heimischen Fußball-Fans. Erfolgreicher Trainingsstart, wie man der Facebook-Seite des Vereins entnehmen kann, war am 19. Januar in der DIEz ARENA. Getestet haben die Bären ach schon, aber nicht mit voller Kapelle und so unterlag man beim Tabellendritten der Kreisliga A Rheinland, Ahrweiler BC II mit 0:2. Die weiteren Testspiele des SC Offheim, soweit es das Wetter zulässt: Sonntag, 1. Februar, 15.30 Uhr gegen den FSV Braunfels, Mittwoch, 4. Februar, 19.45 Uhr gegen die SG Westerburg, Sonntag, 8. Februar, 15.30 Uhr, gegen Spvgg. EGC Wirges, Mittwoch, 11. Februar, 20:00 Uhr gegen die TSG Oberbrechen, Sonntag, 22. Februar, 15:30 Uhr gegen den TV 1844 Idstein und am Sonntag, 01. März gegen den SV Walsdorf. Die Testspielefinden alle auf dem Kunstrasen-Platz in Offheim, Dietkircher Str. statt. Zum Ligastart wartet dann auswärts gleich ein dicker Brocken, denn man muss beim Tabellennachbarn, dem Vierten, TuRa Niederhöchstadt, ran. Das Hinspiel im August 2025 konnte man deutlich mit 4:0 für sich entscheiden. Schaun mer mal.
Der zweite heimische Vertreter in der Gruppenliga ist bereits ein „alter Hase“ in Sachen höhere Ligen, der FC Dorndorf. Mit Heiko Weidenfeller hatte es vor der Saison eine perfekte Neuerung als Co-Trainer von Daniel Alves gegeben. Doch was zu diesem Zeitpunkt keiner wissen konnte, dass der FCD im Laufe der Saison mit vielen verletzungsbedingten Ausfällen oder weiteren Abwesenheiten zu kämpfen hatte. Wichtige Spieler haben noch nicht einmal die Hälfte aller bisherigen Punktspiele bestreiten können. Und dennoch bleibt festzuhalten, dass der FCD auf einem guten 5. Platz in der Tabelle der Gruppenliga steht. Da wäre ein Blick auf die vorderen Plätze durchaus noch berechtigt. Auffällig beim FCD in der laufenden Saison. In der Auswärtstabelle steht man deutlich besser da als in der Heimtabelle mit dem Oiwernpark als Festung. So belegt man bei der Auswärtstabelle einen hervorragenden 2. Platz, aber in der Heimtabelle landet man „nur“ auf Platz 9. Dennoch kann man bei 11 Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz positiv auf den weiteren Saisonverlauf blicken. Man will sich stabilisieren, was aufgrund vieler Ausfälle im Laufe der Saison nicht einfach war. Beim letzten Spiel vor der Winterpause musste Trainer Daniel Alves sogar noch einmal ran. Wie jetzt auf der Facebook-Seite des Vereins zu vernehmen war, hat der Trainer den Vorstand des FC Dorndorf informiert, dass er nach 3 Jahren am Steuer der ersten Mannschaft seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim FC Dorndorf aus privaten Gründen nicht verlängern wird. Neben Daniel Alves wird auch Heiko Weidenfeller den Verein zum Sommer verlassen. Der Verein bedauert die Entscheidungen zutiefst, kann sie aber selbstverständlich nachvollziehen. Aber der FCD macht auch deutlich, dass der Zeitpunkt für ein Lebewohl noch nicht gekommen ist und man absolut sicher ist, dass die Beiden bis zum letzten Saisonspiel alles geben werden, um mit dem Gruppenliga-Team eine Top-Restrückrunde zu spielen.
Aber es gibt auch Erfreuliches zu berichten: Bereits vor der Winterpause haben die Trainer der zweiten Mannschaft, Andreas Leptien und Martin Schneider, um ein weiteres Jahr verlängert. Sie sind genau wie der Rest des FCD II höchst motiviert, in der Rückrunde das Ruder herumzureißen und das Ziel direkter Klassenerhalt in der KLA zu erreichen, so die Information zur Mannschaft der A-Liga auf der Facebook-Seite des FC Dorndorf. Trainingsstart war bereits am 22. Januar und witterungsbedingt wurde das erste, für den heutigen Mittwoch geplante Testspiel im Jahr 2026, gegen die SG Niedershausen/Obershausen, abgesagt. Die weiteren Vorbereitungsspiele, je nach Wetterlage, sollen sein: Sonntag, 1. Februar, 15 Uhr, gegen die SG Oberlahn, Samstag, 7.Februar, 14 Uhr, gegen den SC Waldgirmes, Mittwoch, 11. Februar, 19.30 Uhr, gegen die SG Westerburg. Diese 3 Spiele finden auf dem Kunstrasenplatz in Dorndorf, am Oiwernpark statt. Auswärts tritt man dann noch am Freitag, 13. Februar, 19 Uhr, bei der SG Herschbach (KR Girkenroth, Im Hahnstück 27) an und am Sonntag, 22. Februar, 15 Uhr, bei der SG Hundsangen/ Steinefrenz-Weroth (KR Hundsangen, Am Buch). Der Ligaalltag startet am Sonntag, 01. März mit einem Heimspiel gegen die Spvgg. Eltville.
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von Dieter Bäbler
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