Piranha“ beißt sich aufs Podium in Hockenheim

Piranha“ beißt sich aufs Podium in Hockenheim :
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Starkes Debüt im Formel 2 für Wolfgang Kaufmann

Ein lang gehegter Traum wurde für Wolfgang Kaufmann am letzten Wochenende endlich wahr, die Rückkehr in ein Formel Cockpit! Seit Sommer 2017 arbeitete Kaufmann an der Wiederauferstehung eines March 782 BMW und konnte diesen im Rahmen der Bosch Historic – Das Jim Clark Revival zurück auf die Rennpiste bringen.

 

„Das Auto hat hier 1978 sein letztes Rennen gefahren“, kann Kaufmann die Besonderheit des Autos erklären. „Jetzt, 41 Jahre später feiert der March Formel 2 wieder in Hockenheim sein Comeback.“ Am Donnerstag waren der erste Roll Out und Testfahrten im Badischen Motodrom angesagt. „Ich bin auf Anhieb super mit dem Auto zurechtgekommen. Alles hat funktioniert und ich konnte sofort schnelle Runden fahren.“

Am Freitag kam der Regen nach Hockenheim, doch sowohl freies Training als auch Qualifying liefen vielversprechend. Die Rundenzeiten waren konstant schnell, das Auto stabil auch auf Regenreifen. Startplatz 3 im 35 Wagen starken Feld war ein starker Auftakt für den „Piranha“!

 

Der Regen schien sich am Samstag fortzusetzen, also setzten Kaufmann und sein Team auf ein Nass Setup mit sehr weicher Abstimmung und Regenreifen. „Nur zwei Autos standen auf Slicks, alle anderen waren wie wir auf Regenpneus unterwegs“, so Kaufmann, der sich berechtigte Hoffnung auf ein gutes Ergebnis machte. Im Nassen ging es los und trotz anfänglich schlüpfriger Bedingungen lag enormer Fahrspaß an. Doch dann hörte der Regen auf und die Linie trocknete extrem schnell ab. „Ich musste Tempo rausnehmen, damit die Regenreifen nicht zu schnell zu heiß wurden und zu schmieren anfingen“, beschrieb der „Piranha“ die Taktik für den Rest des Rennens. Dank viel Erfahrung konnte Kaufmann den Formel 2 March ins Ziel bringen und Rang 4 in seinem ersten Rennen mit dem über 300 PS starken Einbaum holen. „Klar wäre ich gerne auf das Podium gefahren, aber unter den Bedingungen war das schon ok“, so das erste Fazit.

 

Ganz neu gemischt dann die Karten beim letzten Rennen am Sonntag. Der Wettergott hatte ein Einsehen und Hockenheim präsentierte sich trocken. Über Nacht hatte man das Setup wieder umgebaut und der „Piranha“ war hungrig! Auf Slicks brannte dann wortwörtlich der Asphalt. In der Spitzengruppe tobte ein Kampf um die Plätze und Wolfgang Kaufmann mittendrin. „In der international stark besetzten Serie sind keine Nasenbohrer unterwegs, die lassen alle ordentlich fliegen mit dem historischen Material. Da wird richtig hart gefahren.“ Nach 15 Runden auf dem knapp 4,6 Kilometer langen Kurs wurde Wolfgang Kaufmann im  March 782 BMW als Zweiter abgewinkt, das ersehnte Podium war erreicht!  Dass dieser zweite Platz am seidenen Faden hing und hart erkämpft war, gestand Kaufmann im Ziel: „In der zweiten Rennhälfte ist der vierte Gang immer wieder rausgesprungen, ich musste den Schalthebel festhalten. Aber es hat noch gereicht!“

Insgesamt zog Wolfgang Kaufmann ein mehr als positives Resümee zur Bosch Historic. „Das war eine tolle Veranstaltung vor einer wahnsinnigen Kulisse mit vielen Zuschauern. Und die hatten auch noch jede Menge Stimmung im Gepäck. Allein der Jubel bei der Siegerehrung als ich Zweiter geworden bin, war Gänsehaut pur! Vielen Dank dafür!“. Auch die Premiere des unter Kremer Racing Cologne Formel 2 Rennwagen bekam gute Noten: „Das Auto macht unheimlich Spaß. 500 KG und über 300 PS geben ein faszinierendes Fahrgefühl, dazu die Soundkulisse mit offenem Auspuff, da wird der Helm vom Grinsen eng!“.

 

Die gelungene Premiere schreit nach Wiederholung.

Der nächste Formel 2 Renneinsatz steht im Rahmen des Classic GP Silverstone auf dem Programm, wo jetzt schon über 60 Formel 2 Nennungen vorliegen.

Doch bevor Kaufmann zurück in den Formel Boliden darf, steht erneut eine Veranstaltung der Cup & Tourenwagen Trophy mit dem BMW Z4 M Coupe in Oschersleben an, wo das klare Ziel des Westerwälder flying Piranha ein Sieg ist.

Geschrieben von: Christian Freyer                           Foto: BR Foto

 

 

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