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Vom Ontario Lake an die Lahn: Kanadier Joey Davies stürmt für die Rockets

Der Kanadier Joey Davies Foto: pr.

Studieren, wo andere Urlaub machen: Nur einen Steinwurf vom Ontario Lake entfernt liegt die „State University of New York (SUNY)“ – ein US-College nahe an der amerikanisch-kanadischen Grenze. Drei Jahre lang hat er hier studiert und für seine Hockey-Karriere geschwitzt. Und manchmal auch einen Stein in den Lake Ontario geworfen. Ab August wird er Steine in die Lahn werfen, denn für den Kanadier Joey Davies geht es über den großen Teich nach Deutschland. Der 24-jährige Stürmer wechselt von SUNY Oswego aus der starken College-League NCAA III in die Regionalliga West zu den Rockets der EG Diez-Limburg.

Demorestville, ein kleines Dorf in Ontario (Kanada). Eine kleine Feuerwehrwache, die Friendship United Church, die Angry Loner Ranch – viel mehr Sehenswürdigkeiten gibt der Ort nicht her, in dem Davies 1992 geboren wurde und aufwuchs. „Deshalb habe ich schon mit vier Jahren angefangen, Eishockey zu spielen“, sagt der neue Rockets-Stürmer. „Ich habe mit Hockey angefangen, weil es das ist, was Kinder tun, wenn sie aus Kanada stammen. Ich habe mich sofort in diesen Sport verliebt.“

Über diverse Jugendligen und nach einem Zwischenstop an der University of Alaska in Fairbanks (NCAA) wechselte Davies zur Saison 2014/15 an die State University of New York (SUNY) nach Oswego (NCAA III). „Eine College-Liga, aus der viele Spieler den Sprung nach Europa wagen und sich hier auch auf Anhieb etablieren“, sagt Rockets-Trainer Arno Lörsch, der auch den Unterschied zwischen den beiden Ligen NCAA und NCAA III definiert: „Sportlich sind die Unterschiede nicht groß, vielmehr geht es da um Geld. Ein Studium an einem NCAA-College kostet in der Regel schlichtweg deutlich mehr als an einem College, welches in der Division III der NCAA aktiv ist.“

„Für mich waren das drei wunderbare Jahre“, sagt Davies über seine Zeit in Oswego, an dessen Ende er sogar einige Spiele in der SPHL (Southern Professional Hockey League) für die Mississippi Riverkings absolvierte. „Ich habe mich in Oswego als Spieler und als Mensch weiterentwickelt. Das Programm dort ist wirklich großartig. Besondere Momente waren für mich in den Liga-Finals zu stehen und die vielen gemeinsamen Erlebnisse mit meinen Mitspielern. Zum Abschluss auch in der SPHL spielen zu dürfen hat mir die Gelegenheit gegeben, mich an ein noch höheres Tempo und Niveau zu gewöhnen. Das hat wirklich eine Menge Spaß gemacht.“

In der abgelaufenen Saison erzielte Davies starke 24 Punkte in 27 Partien. Zuvor spielte er unter anderem in der Ontario Junior Hockey League (OJHL) bei den Trenton Golden Hawks und erzielte dort mehr Punkte als sein neuer Mitspieler Matt Fischer in der gleichen Liga – Davies machte 25 Buden und bereitete 26 Treffer vor (in 50 Spielen).

Nach dem Studium hat sich Davies nun entschieden, seine Eishockeykarriere bei den Rockets in Deutschland fortzusetzen. Er war einer von drei heißen Kandidaten auf der Liste der EGDL. „Ich möchte ein neues Land kennenlernen und freue mich auf Deutschland und Europa“, sagt der Stürmer. „Ich bin bereit für die Herausforderung und freue mich auf die neue Aufgabe bei den Rockets. Ich hatte sehr gute Gespräche mit Arno Lörsch. Zudem habe ich mich natürlich auch selbst über den Verein informiert. Es tut sich eine Menge bei der EGDL und ich freue mich darauf, ab sofort ein Teil dieses Teams zu sein.“

Seit der Vertragsunterschrift steht Davies nun in engem Kontakt zu den Rockets-Verantwortlichen und auch zu seinem Landsmann und Rockets-Stürmer Matt Fischer. Dessen Flug war bereits seit Wochen für August gebucht, jetzt haben die Rockets im gleichen Flieger einen weiteren Platz geordert, damit Fischer und Davies gemeinsam nach Deutschland anreisen können.

„Joey ist ein gelernter Center, der aber auch variabel auf den Außenbahnen eingesetzt werden kann“, sagt Lörsch. „Seine Verpflichtung vervollständigt mehr und mehr das neue Gesamtbild unserer Mannschaft. Ein läuferisch starker Mann, der gerne aggressiv auf den Mann geht und den Gegner schon früh im Aufbau stört. Das ist genau die Spielweise, die ich auch bevorzuge. Die Gespräche waren durchweg positiv. Er freut sich riesig auf die Rockets, fragt oft nach, was er noch alles vorbereiten und machen kann. Er ist schon jetzt mit 100 Prozent bei der Sache. Und er wird unserem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Es war nicht einfach, einen Spieler seiner Qualität zu bekommen. Umso schöner, dass dies gelungen ist.“

Aktueller Stand Kader 2017/18

Tor: Themm, Schönfelder.

Verteidigung: Schophuis, Stroeks, Krämer, Löwing, Ansink.

Sturm: Fischer, Bauscher, Grüner, Niestroj, Mainzer, Wex, Davies.

  • Tom Neumann
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