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LHC gewinnt „Abstiegsendspiel“

Dass das Team von Trainer Marcus Gutz sich vom fünften Platz wieder in Richtung Mittelfeld orientieren konnte, lag in der Limburger Heinz-Wolf-Halle gegen Nürnberg vor allem an der starken zweiten Hälfte. Anfangs war dieses „Abstiegsendspiel“ keineswegs ein Hockey-Leckerbissen und lebte eher von Spannung und Kampf. Die durchaus nach vorne bemühten Hausherren mit dem reaktivierten Ex-Nationalspieler Götz Müller fanden zunächst keine Mittel gegen die dichtgestaffelte Abwehr der Franken. Vorne im Sturm fehlt dem LHC derzeit ein echter Goalgetter. Anzuerkennen war auch, dass der Gästekeeper einen überzeugenden Tag erwischte und es den Stürmern der Lahnstädter mit dem Treffen sehr schwer machte. Dazu kam, dass die Nürnberger immer wieder versuchten, durch Konter Nadelstiche zu setzen. Das funktionierte zunächst recht gut, so dass die HG gar nicht einmal unverdient mit 2:0 in Führung ging. Hätte der trotz Schulterproblemen sein Bestes gebende LHC-Keeper David Schneider zu diesem Zeitpunkt nicht einen Siebenmeter gehalten und hätte Nürnberg dadurch gar mit 3:0 wegziehen können, wäre die Wende wohl extrem schwierig geworden. Nachdem der LHC zwei Strafecken versiebt hatte, wobei Laurens Meurer bei einem Pfostenschuss auch extremes Pech hatte, glückte Kay Tomas aber mit einem herrlichen Treffer in den Winkel noch vor der Pause der so wichtige 1:2-Anschluss. Dieser Erfolg schien für die vorher teilweise wie durch den Druck gelähmten LHC-ler eine befreiende Wirkung zu haben. Nach dem Seitenwechsel waren die Lahnstädter dann kaum noch wiederzuerkennen. Die Nürnberger schienen gleichermaßen müder zu werden, und so bauten die Gastgeber nach vorne jetzt einen enormen Druck auf und ließen die Gäste nur noch selten aus ihrer Umklammerung. In der 32. Minute glich Marco Giese nach wunderschönem Querpass von Kay Tomas bei einem Konter mehr als verdient aus, und Meurer behielt bei einem Strafstoß in der 45. Minute kühlen Kopf und brachte sein Team erstmalig in Führung. Ein kurz darauf folgender Doppelschlag durch Giese und Tomas brachte die Vorentscheidung. Denn Nürnberg machte in dieser Phase keineswegs mehr den Eindruck, als könnte es ernsthaft noch eine die Partie biegende Trefferserie innerhalb kürzester Zeit einleiten. Etwas Druck baute die HG nur noch nach der Opferung des Torwarts für einen Feldspieler in den letzten drei Minuten. Doch Schneider lenkte einen gefährlichen Schuss gegen den Pfosten, und nach dem 3:5 in der letzten Minute ließen die LHC-ler nur noch clever die Uhr herunterticken. Erlangen war da ein deutlich härterer Brocken. Der TB wirkte athletisch besser als der LHC, machte daraus aber in Hälfte eins vorne überhastet nichts. Mit all ihrer Routine übernahmen die heimischen Domstädter immer mehr die Oberhand und erspielten sich durch Tomas sowie einen Siebenmeter Meurers eine zu diesem Zeitpunkt verdiente 2:0-Vorsprung. Leider versäumten es die Hessen in dieser Drangphase, die Führung auszubauen, und so war Erlangen beim 1:2 noch vor der Pause wieder im Geschäft. In der zweiten Hälfte waren es die Gäste, die körperlich mehr zuzusetzen hatten und nun das leicht bessere Team waren. Doch der starke Keeper Schneider und die höhere Hallenerfahrung des LHC hielten den eigenen Kasten lange Zeit sauber. Der schnelle Youngster Max Polk markierte gar noch das 3:1. Aber nach einem Kullertor zum 2:3 wurde es in den Schlussminuten nochmal hektisch. Meurer fing sich eine Zeitstrafe, Erlangen nahm den Torwart raus und hatte plötzlich zwei Feldspieler Überzahl. Das brachte das 3:3. Bis zu Gelb gegen Huber war dann der LHC fast zwei Minuten in Überzahl, doch die Limburger wirkten müde und Müller vergab die größte Chance.
Das Remis war letztendlich das faire Endergebnis, auch wenn beide Teams damit haderten.

Limburg: Schneider, Huber, Lante, Meurer (2 Tor), Tomas (3), Polk (1), Giese (2), Collée, Andrei, Kreß, Müller, Kirchner, Seck. rk

Kategorie: Hockey

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