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Dempewolf: Hoffen auf diesen einen Tag

Dicht zusammenrücken: Die Hadamarer hoffen im Hessenpokalfinale am Donnerstag in Wiesbaden auf eine Sensation.

Wenn die Fußballer des SV Rot-Weiß Hadamar am Donnerstag, 25. Mai, nach Wiesbaden fahren, tun sie das zum dritten Mal binnen anderthalb Wochen. Am vergangenen Montag absolvierten sie in der Brita-Arena eine erste Trainingseinheit, am kommenden Montag steht die zweite an. Es sind zwei Gelegenheiten, sich für das große Endspiel zu akklimatisieren. „Die Wehener haben uns die Möglichkeit zu diesen Trainingseinheiten gegeben, die wir gerne angenommen haben”, berichtet Hadamars Trainer Florian Dempewolf. Alleine schon diese Maßnahme zeigt, dass vor den Westerwäldern ein besonderes Spiel liegt, das größte der bisherigen Vereinsgeschichte. Der Hessenligist spielt ab 14.45 Uhr gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden um den Hessenpokalsieg, der gleichbedeutend ist mit dem Einzug in die erste DFB-Pokalrunde.
Den Fokus können die Rot-Weißen bereits jetzt auf den Saisonhöhepunkt richten. Während die 16 anderen Teams aus der höchsten hessischen Spielklasse am Wochenende den letzten Spieltag bestreiten, hat Hadamar spielfrei. „Nach der anstrengenden Englischen Woche habe ich der Mannschaft zwei freie Tage gegeben. Jetzt werden wir wieder fleißig Vollgas geben, um am Donnerstag topfit zu sein”, beschreibt Dempewolf seinen Vorbereitungsplan. Der umfasst zugleich, den Gegner zu beobachten. Der SVH-Coach sah sich bereits Wehens Pokalhalbfinal-Sieg gegen den TSV Steinbach (5:1) an und wird sich auch am Samstag beim Drittliga-Derby gegen den FSV Frankfurt in der Brita-Arena noch einmal ein Bild vom Gegner machen. Umgekehrt schickte SVWW-Coach Rüdiger Rehm in den vergangenen Wochen bereits seine Späher nach Hadamar, um über die Stärken und Schwächen der Fürstenstädter genau Bescheid zu wissen.
Der Tabellenneunte der 3. Liga gegen den Sechsten der Hessenliga – die Favoritenrolle ist eindeutig zugunsten der Gastgeber verteilt. „Für uns ist schon der Finaleinzug ein Riesenerfolg. Das hat Hadamar bislang noch nie geschafft. Normalerweise müsste uns Wehen in allen Belangen überlegen sein. Das wird schon deutlich, wenn man beachtet, dass die Wehener teilweise zweimal am Tag und wir dreimal pro Woche trainieren. Aber an einem Tag, in einem Spiel ist im Fußball alles möglich. Auf den hoffen wir am Donnerstag. Wir werden einen perfekten Tag brauchen, um die Sensation zu schaffen”, sagt Dempewolf.
Wen Hadamar die Wahl gehabt hätte, wäre diese wohl auf einen Endspieltermin im Winter gefallen. Da befanden sich die Wiesbadener bei weitem nicht in der momentanen Verfassung. Nach dem 21. Spieltag und elf sieglosen Partien in Folge stand der frühere Zweitligist mit Wurzeln in Taunusstein auf Rang 18. Torsten Fröhling trat von seinem Traineramt zurück. Mit Rüdiger Rehm holte man einen Nachfolger, der die richtige Wahl zu sein schien. Unter Fröhling holten die Landeshauptstädter in 21 Saisonspielen nur 19 Punkte, unter Rehms Leitung waren es in 15 Begegnungen derer 28. „Im Winter, als sie auf einem Abstiegsplatz standen, waren sie sicherlich verunsichert. Das wird am Donnerstag nicht der Fall sein”, sagt der Hadamarer Trainer über den Gegner.

Der Weg ins Finale:
SV Rot-Weiß Hadamar: TSV Bicken – Hadamar 1:4, FC Ederbergland – Hadamar 0:2, TuS Dietkirchen – Hadamar 1:2, Hadamar – SC Viktoria Griesheim 4:0, Spfr Seligenstadt – Hadamar 2:4 n.E.
SV Wehen Wiesbaden: SC Waldgirmes – Wehen Wiesbaden 0:5, FSC Lohfelden – Wehen Wiesbaden 1:4 n.E., TSV Steinbach – Wehen Wiesbaden 1:5.

Im Fernsehen:
Die ARD zeigt alle Landespokalendspiele am „Finaltag der Amateure” als Konferenzschaltung. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, sagt: „Die ARD, der DFB und seine Landesverbände wollen wieder ein starkes Zeichen für den Amateurfußball setzen. Nach den positiven Erfahrungen mit dem ersten Finaltag fiebern wir alle diesem Spektakel entgegen.”

Der Schiedsrichter:
Geleitet wird das Endspiel von Simon Heß aus Heppenheim, der in der Hessenliga-Saison 2016/17 zwei Begegnungen mit Hadamarer Beteiligung leitete – jeweils mit positivem Ausgang für die Fürstenstädter (2:0 gegen Urberach, 4:1 gegen Kelsterbach). Dem 28-Jährigen assistieren an den Linien Cristian Ballweg (SKG Bickenbach) und Maximilian Rother (SV St. Stephan).

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